bisherige Jahrestreffen
Die Jahrestreffen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz sind immer ein Erlebnis. Hier treffen sich Mitglieder und Heimatfreunde, um die Mitgliederversammlung abzuhalten und sich über die Aktivitäten des Vereins auszutauschen, aber auch um die Umgebung des Tagungsgortes unter fachkundiger Führung zu erkunden. Weitere Berichte über die Treffen finden Sie in den jeweils genannten Mitteilungen des Landesvereins.





- Zur Lebensstrategie, Ökologie und Verbreitung von Pinus sylvestris
- Waldgesellschaften mit der Kiefer als Bestandsbildner
- Waldgesellschaften mit der Kiefer als Mischbaumart
- Wandel der Kiefernwälder durch historische Nutzungen
- Kiefernforsten als künstlich begründete Kiefernbestände
- Beispiele gegenwärtigen Wandels.


Einstimmig wählte die Mitgliederversammlung ferner Hans-Dieter Kretschmann und Andreas Walter zu Rechnungsprüfern.
Mit der Ehrung von Harald Worms würdigte der Vorsitzende ein Mitglied der ersten Stunde des 1990 wieder erstandenen Landesvereins. Harald Worms war nicht nur Mitglied des Gesamtvorstandes, für den er nun allerdings altersbedingt nicht erneut kandidierte, sondern in den Jahren 2014 bis 2020 auch Schatzmeisters des Landesvereins. Vor allem hat er sich führend für den Fachbereich Volkskunde/Regionalkultur und seine Ortsgruppe Gompitzer Höhe engagiert. Nicht zuletzt, so hob Dr. Westphalen hervor, verbinde sich mit seinem Namen der «Ruf aus Dresden» zum Wideraufbau der Frauenkirche (siehe Betrag in diesem Heft). Zum Abschluss der Hauptversammlung lud der Vorsitzende zum Jahrestreffen mit Hauptversammlung im kommenden Jahr vom 9. bis 11. Mai 2025 nach Kamenz ein.
Vortrag «Auf dem Weg zu einem Freilichtmuseum in Sachsens Mitte»
Kay Arnswald stellte in seinem Vortrag den am 6. Juli 2021 in Helbigsdorf bei Wilsdruff als Untergliederung des Landesvereins gegründeten «Verein zur Förderung der ländlichen Baukultur in Sachsens Mitte e.V.» vor. Der Verein mit zirka 20 Mitgliedern habe sich insbesondere folgende Ziele gesetzt:
- Aufklärung und Informationsvermittlung der Mitglieder und der Öffentlichkeit über die regionale Baukultur,
- Förderung von Kultur und Kleinkunst im ländlichen Raum,
- Stellungnahmen zu wichtigen, mit den Zielen des Vereins zusammenhängenden Fragen, auch in öffentlichen Medien,
- Konzeption und Durchführung von Vorträgen, Veranstaltungen, Tagungen und geeigneten Fort- und ausbildungsmaßnahmen,
- Organisation von Führungen und Exkursionen,
- Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Körperschaften, Verbänden, Organisationen sowie öffentlich-rechtlichen Trägern auf dem Gebiet der Denkmalpflege.
Der Vereinszweck werde insbesondere verwirklicht durch die ideelle und, soweit möglich, materielle Förderung eines entstehenden «Freilichtmuseums in Sachsens Mitte». Dabei gehe es neben der Förderung des Aufbaus des Museums um
- Unterstützung und Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit durch Sammeln und Bewahren,
- die Erweiterung der Sammlungen durch Einwerben von Objekten
- sowie um die Unterstützung bei Restaurierungsmaßnahmen und Translozierungen.
Als Standort des künftigen Freilichtmuseums wird das Rittergut Limbach (bei Wilsdruff) favorisiert. Damit könnten die von den aktiven bereits geordnet abgetragenen, eingelagerten und dokumentierten Häuser, denen ansonsten die Zerstörung durch abriss gedroht hätte, eine gesicherte Zukunft erhalten. Beispielhaft verwies Arnswald auf das bereits so gesicherte Bergarbeiterhaus in Altenberg.
Vortrag «Immaterielles Kulturerbe in Sachsen»
In ihrem Vortrag stellte Antje Reppe M.a., die Leiterin der Beratungs- und Forschungsstelle immaterielles Kulturerbe in Sachsen, angesiedelt beim Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. vor, was unter immateriellem Kulturerbe zu verstehen sei. Es handele sich um ein breites Spektrum, angefangen von mündlich überlieferten Traditionen und ausdrucksformenüber darstellende Künste, gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste oder auch traditionelle Handwerkstechniken, bis hin zu Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation. Sie informierte, dass Deutschland dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes 2013 beigetreten sei. Ziel sei, unter dem Motto «Wissen. Können.Weitergeben» die Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in Deutschland und weltweit zu erhalten, zu pflegen und zu fördern. Der Freistaat Sachsen führe eine eigene Landesliste, wobei ein Eintrag Voraussetzung sei, für das bundesweite Verzeichnis nominiert zu werden. als Beispiele benannte Antje Reppe unter anderem den traditionellen vogtländischen Musikinstrumentenbau, die Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen, die Tradition und Aufführungspraxis geistlicher Musik durch sächsische Knabenchöre, die Sächsische Staatskapelle oder auch das sächsische Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge. Mehr Informationen unter www.ike-sachsen.de
Vortrag «Montanarchäologie im Osterzgebirge»
Dr. Christiane Hemker vom Landesamt für Archäologie Sachsen stimmte mit ihrem Vortrag auf den im Anschluss an die Hauptversammlung angebotenen Besuch des Museums für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge ein. Erst aufgrund von Tagesbrüchen im Kontext von Ausspülungen im Zusammenhang mit dem August-Hochwasser des Jahres 2002 war die Bergsicherung und dann das in Kenntnis gesetzte Landesamt für Archäologie auf die Spuren des Silberbergbaus im Umfeld von Dippoldiswalde gestoßen. So konnte Dr. Hemker über die seit 2008 vom Landesamt durchgeführten baubegleitenden Untersuchungen in einem bislang für das hohe Mittelalter in Sachsen vollkommen unbekannten Silberbergbaugebiet in Dippoldiswalde berichten. Da der Abbau mangels hoher Ergiebigkeit deutlich kürzer währte als etwa im Bereich Freiberg und die Anlagen über Jahrhunderte in völlige Vergessenheit geraten waren, fand man nunmehr authentische mittelalterliche Anlagen wie an keinem anderen Ort. Die zahlreichen organischen Funde, vor allem Verbau- und technische Hölzer, seien in einem hervorragenden Erhaltungszustand vorgefunden worden und ließen sich dendrochronologisch sehr gut auf den Zeitraum vom Ende des 12. Jahrhunderts bis in das 13. Jahrhundert hinein datieren. Zu den spektakulärsten Funden gehörten neben Kleinfunden wie Seil- und Lederresten sowie Keramikfragmenten insbesondere gut erhaltene Teile mehrerer Sprossenfahrten (Leitern) sowie eine Seilwinde (Haspel).
Vortrag «Die Naturausstattung der Eigentumsflächen des Landesvereins im Osterzgebirge»
In seinem außerordentlich faktenreichen und wissenschaftlich fundierten Vortrag stellte Mike Hölzel als Gebietsbetreuer, vor allem aber als Diplom-Biologe an der Fakultät Landbau/Umwelt/ Chemie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD), die ungewöhnlich reichhaltige Naturausstattung der Flächen im Osterzgebirge vor, die 24 % der insgesamt im Eigentum des Landesvereins befindlichen Naturschutzflächen ausmachen. Zusammenfassend unterstrich er als Stärken und Chancen die hervorragende Naturausstattung, den umfassenden Flächenschutz, die motivierten und aktiven Akteure (Bewirtschafter, Jagd, Ehrenamt, Landesverein), die umfassende Forschungstätigkeit durch zahlreiche Projekte und Kooperationen sowie eine interessierte Bevölkerung (Wanderer, Bildungsarbeit). Gleichzeitig gebe es aber auch Schwächen und Risiken sowie die damit verbundenen Herausforderungen. Zu diesen gehörten Defizite beziehungsweise Probleme bei Bewirtschaftung, Wildregulierung und Artenschutz und die mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen, etwa eine veränderte Förderpolitik. Nicht zuletzt komme es immer wieder zu Kommunikationsdefiziten zwischen den Akteuren und dem Landesverein als Eigentümer. Wissensdefizite und Ignoranz gegenüber Naturschutzbelangen, bisweilen auch naturschutzfeindliche Strömungen in Bevölkerung und Politik, machten die Aufgabe nicht leichter. Er schloss mit dem Plädoyer: Wir haben es in der Hand, die Naturausstattung der Eigentumsflächen des Landesvereins nachhaltig zu schützen.
Zur Hauptversammlung im Rahmen des Jahrestreffens begrüßte Dr. Gerhart Pasch als Versammlungsleiter die anwesenden Mitglieder sowie die Ehrengäste in der fast im Zentrum Sachsens liegenden Stadt Döbeln mit heute knapp 24 000 Einwohnern. Erstmals entschuldigen musste sich aus gesundheitlichen Gründen der Ehrenvorsitzende Matthias Griebel. Dr. Pasch bat die Versammlung um ein stilles Gedenken und verlas die Namen der 22 seit der letztjährigen Hauptversammlung verstorbenen Mitglieder. Es folgte das Grußwort des Döbelner Oberbürgermeisters Sven Liebhauser. Er erinnerte daran, dass Döbeln zu den ältesten Städten Sachsens gehört, dessen Zentrum auf einer Insel, umschlossen von der Freiberger Mulde, liegt. In der langen Stadtgeschichte kam es nicht nur zu acht Stadtbränden, sondern immer wieder auch zu schweren Hochwasserereignissen, zuletzt 2002 und 2013. Er verwies auf wichtige aktuelle Verkehrsprojekte und bevorstehende Ansiedlungen – vom Sächsischen Rechnungshof bis hin zu Karls Erdbeerland, in dessen Vorfeld archäologische Ausgrabungen mit bemerkenswerten Funden erfolgten. Nicht zuletzt entwickelte sich Döbeln auch dank eines breit gefächerten schulischen Angebotes zu einem attraktiven Wohnstandort für Familien mit Kindern.

Nach zwei von der Corona-Pandemie gekennzeichneten Jahren konnte das Jahrestreffen 2022 endlich wieder planmäßig Anfang Mai stattfinden. So fanden sich zur Hauptversammlung mit Neuwahl des Gesamtvorstandes am 7. Mai 2022 im «Bürgerhaus Grüner Baum» im Eibenstocker Ortsteil Carlsfeld, ganz im Südwesten des Erzgebirgskreises gelegen, 128 Teilnehmer, darunter 96 Mitglieder des Landesvereins, ein. Das Wetter gab sich ausgesprochen gnädig, so dass der etwa 850 m über dem Meeresspiegel gelegene Ort an diesem Wochenende fast vergessen ließ, als «Sibirien Sachsens» zu gelten. Freilich versäumte der stellvertretende Vorsitzende Dr. Gerhart Pasch in seinen einführenden Worten als Versammlungsleiter nicht, auf die klimatischen Besonderheiten des Tagungsortes einzugehen.
Zunächst aber begrüßte er die Teilnehmer, allen voran den gastgebenden Bürgermeister der Bergstadt Eibenstock, Uwe Staab, Dr. Andrea Geldmacher von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, den Ehrenvorsitzenden Matthias Griebel sowie die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke und Dr. Hans-Joachim Jäger. Zugleich bedankte er sich für die gute Unterstützung durch die Stadt Eibenstock, insbesondere die Mitarbeiter des Tourist- Service-Centers, allen voran Susanne Schelsinger, und durch den Ortsvorsteher von Carlsfeld, Christoph Beetz. Bürgermeister Staab skizzierte die Entwicklung Eibenstocks mit seinen heute neun Ortsteilen, darunter seit 1997 auch Carlsfeld, als eine der flächengrößten Gemeinden des Erzgebirgskreises. Er würdigte das umfangreiche Aufgabengebiet des Landesvereins und skizzierte die Aktivitäten der Stadt im Bereich des Denkmalschutzes, informierte über die der Heimatgeschichte gewidmete Buchreihe «Am Auersberg – Schriften zur Geschichte», deren 13. Band gerade erschien, und das seit 25 Jahren erscheinende «Jahrbuch Eibenstock ». Drei auf dem Gebiet der Gemeinde liegende Trinkwassertalsperren, darunter mit der Talsperre Eibenstock die größte in Sachsen, seien für die Stadt ebenso prägend wie die Tatsache, dass 80%der Fläche der insgesamt 7600 Einwohner zählenden Bergstadt mit Wald bestockt seien. Dies bedingt sehr viele Schutzgebiete auf dem Gebiet der Gemeinde, was etwa die Anlage eines Radweges im Wald erschwere, da bei der Inanspruchnahme von zwei Hektar Wald für diesen Weg sechs Hektar Wald als Ausgleichsmaßnahme zu pflanzen seien. Er plädierte dafür, bei den konkreten Auflagen für grundsätzlich nachvollziehbare Ausgleichsmaßnahmen die örtlichen Gegebenheiten, wie den bereits sehr hohen Waldanteil, besser zu berücksichtigen.
Dr. Gerhart Pasch gab einen kurzen Einblick in die Geschichte Carlsfelds, dessen Entstehung 1677 auf den Adeligen Veit Hans Schnorr von Carolsfeld zurückgeht. Dass das «Tango-Instrument» Bandonion ursprünglich aus Carlsfeld nach Argentinien exportiert und im 18. Jahrhundert das beste Kaolin Deutschlands hier gefördert und nach Meißen geliefert wurde, waren für die meisten Teilnehmer neue Erkenntnisse. Der Vorsitzende Dr. Thomas Westphalen, verlas einen Brief des in Düsseldorf lebenden Nachfahren des Gründers von Carolsfeld, Hartmut Schnorr von Carolsfeld, der seit der Wiedervereinigung die historischen Wurzeln seiner Familie vor Ort pflegt, auch wenn er aus terminlichen Gründen um Verständnis bitten musste, nicht am Jahrestreffen des Landesvereins teilnehmen zu können. Im Anschluss gedachten die Teilnehmer der seit der letzten Hauptversammlung verstorbenen Mitglieder.
Den Bericht des Vorstandes gab, basierend auf Zuarbeiten der Fachbereiche, der Regionalgruppen und der Geschäftsstelle, Dr. Thomas Westphalen ab. Mit aktuell 971 Mitgliedern sei eine leicht rückläufige Mitgliederentwicklung zu konstatieren, die allerdings auch auf statistische Bereinigungen zurückzuführen sei. Der Vorsitzende bekannte sich dazu, dass der Landesverein nicht unpolitisch sein könne, denn mit allen Stellungnahmen nehme der Verein aktiv am gesellschaftlichen Leben und politischen Diskurs teil. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Erklärung des Landesvereins von Annaberg-Buchholz aus dem Jahr 2005, auf die Dresdner Erklärung aus dem Jahr 2015 sowie auf das unmittelbar vor der Veröffentlichung stehende Positionspapier «Erneuerbare Energien im Spannungsfeld von Natur und Landschaft», für dessen Erarbeitung er Dr. Olaf Bastian, Professor Dr. Karl Mannsfeld und Dr. Korinna Thiem dankte. Er informierte, dass der Landesverein von Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke in der Landesmedien-anstalt und von Dr. Gerhart Pasch im Rundfunkrat des MDR vertreten werde – dies nur einige der Gremien, in denen der Verein vertreten ist.
Aus dem Fachbereich Naturschutz akzentuierte er angesichts der Rolle des Landesvereins als Waldbesitzer den Stellenwert des Waldumbaus, zu dem auch über bestehende Förderbedingungen eine entsprechende Verpflichtung bestehe. Die gutachterliche Tätigkeit des Landesvereins als anerkannter Naturschutzverband ruhe weiterhin wesentlich auf den Schultern von Dr. Korinna Thiem. Die dem Landesverein gehörenden Naturschutzflächen stellten in der täglichen Praxis immer wieder Herausforderungen dar, insbesondere dann, wenn von Dritten und Nachbarn naturschutzrechtliche Verstöße, illegale Befahrungen und sogar Diebstahlsdelikte auf Flächen des Vereins zu beklagen seien. Aber auch die Verkehrssicherungspflicht binde auf den Flächen Kräfte. Am Beispiel der Lausitzer Seenland gGmbH, deren Mit-Gesellschafter der Landesverein ist, skizzierte er Abwägungen und notwendige Maßnahmen im Umgang mit Sukzessionslandschaften. Bei allen Herausforderungen gebe es auch viel Positives: Sei es die Mitwirkung bei konstruktiven Lösungen in der Abwägung zwischen Naturschutz einerseits sowie land- und forstwirtschaftlicher Nutzung andererseits oder auch die erfreuliche Tatsache, dass im Februar 2022 im NSG «Niederspree und Kleine Heide Hänichen» erstmals die Existenz eines Goldschakals nachgewiesen werden konnte. Sowohl unter Gesichtspunkten des Natur- und Landschaftsschutzes als auch des Denkmalschutzes habe sich der Landesverein klar gegen den IndustrieParkOberelbe positioniert. Ein entsprechendes Rollup trug dem während der Hauptversammlung prominent Rechnung.
Der Fachbereich Heimatgeschichte/Denkmalschutz ist unter anderem weiterhin mit der Sanierung des Ackerbürgerhauses in Sebnitz befasst. Im Dezember 2022 wird der 11. Sächsische Heimattag zur «Lommatzscher Pflege» in Lommatzsch stattfinden. Im Zentrum der aktuellen Arbeit steht das Projekt Denkmalnetz Sachsen. Mehr dazu weiter unten in diesem Beitrag sowie auf allen mit «Denkmalnetz » gekennzeichneten Seiten des Heftes. Die AG Industriekultur organisierte trotz der Pandemie eine Vielzahl von Exkursionen und Besichtigungen; auch die Fachgruppe Geologie – Mineralogie – Paläontologie konnte im Herbst 2021 drei Exkursionen mit Jürgen Dittrich realisieren. Regionale Heimattage fanden im Frühjahr unter Beteiligung des Landesvereins im Wilsdruffer Land und im Vogtland (Plauen) statt. Nicht zuletzt wurde die Arbeit der Regionalgruppen mit ganz unterschiedlichen Aktivitäten gewürdigt – seien es die Wege- und Pflegearbeiten der Regionalgruppe «Goldene Höhe» oder der coronagerecht durchgeführte «Kunstmarkt Langebrück» im Oktober 2021 mit über 1000 Besuchern. Dr. Thomas Westphalen unterstrich den Stellenwert der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um eine breitere Öffentlichkeit über die Themen und das Engagement des Landesvereins zu informieren. Sein Credo: «Pressearbeit lohnt sich!»
Gewohnt informativ mit vielen Graphiken und Übersichten stellte Steuerprüfer Klaus Rüdiger den Finanzbericht zum Jahresabschluss 2021 in den verschiedenen Sparten vom ideellen Bereich über den Zweckbetrieb bis zum Vermögenshaushalt vor. Er ging dabei auch auf steuerliche Besonderheiten im Kontext der angesichts der Pandemie veränderten Regelungen zur Mehrwertsteuer ein. Schatzmeister Ron Schmiedel stellte den Haushaltsplan 2022 vor. Nach wie vor sind die Mitgliedsbeiträge eine wesentliche Einnahme. Ansteigend seien die Zuschüsse an den Verein, was sich mit dem Projekt Denkmalnetz erkläre. Die Kassenprüferinnen Ilona Schroeter und Mildret Wengler wiesen zwar darauf hin, dass sie nicht jeden einzelnen Beleg prüfen konnten, bestätigten aber die Plausibilität der Ausführungen von Steuerprüfer Klaus Rüdiger. In der Aussprache wurden lediglich Aspekte der Entwicklung der Holzpreise – für den Landesverein als Waldbesitzer ein relevanter Faktor – kurz thematisiert. Im Anschluss wurde der Vorstand mit großer Mehrheit bei fünf Enthaltungen ohne Gegenstimmen entlastet. Der ursprünglich vorgesehene Tagesordnungspunkt zur Satzungsänderung entfiel mit Blick auf eine umfangreichere Arbeit an der Satzung, über die in der Jahresversammlung im kommenden Jahr zu entscheiden sein wird.
Noch vor den Wahlen standen mehrere Ehrungen an: So wurden die beiden ausscheidenden Rechnungsprüferinnen mit der Ehrennadel des Landesvereins gewürdigt. Für sein 50-jähriges Engagement für die Erhaltung und Gestaltung von Garten- und Parkanlagen sowie seine legendären Parkseminare wurde Rudolf Schröder, Jahrgang 1933, zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Seit 1972 hat er den Vorsitz der Fachgruppe Botanik und Gartenkultur des Kulturbundes inne. Im Jahr 1990 dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz mit der Fachgruppe beizutreten, sei für ihn logisch und selbstverständlich gewesen, betonte der Geehrte in seiner Dankesansprache. Er hoffe, dass sich ein Nachfolger für die bislang von ihm wahrgenommenen Aufgaben im Bereich der Parkpflege finden möge. Die Ehrennadel des Landesvereins wurde von Dr. Hans-Joachim Jäger sodann an Dr. Petra Westphalen verliehen – und zwar für ihr Engagement in der AG Industriekultur, deren 50. Arbeitssitzung im Februar stattfand, sowie für die Organisation des «Langebrücker Kunstmarkts». In den neuen Gesamtvorstand wurden alle 32 Kandidatinnen und Kandidaten gewählt. Zum Abschluss der Hauptversammlung lud Dr. Gerhart Pasch zum Jahrestreffen 2023 (vom 5. bis 7. Mai) nach Döbeln ein.
Den Bericht zum Jahrestreffen finden Sie im Heft 2/2022 der Mitteilungen.
Bericht von der Jahreshauptversammlung
Am Wochenende von 23. bis 25. Juli 2021 kamen Mitglieder des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz zum Jahrestreffen 2021 in Bad Muskau zusammen. Die Hauptversammlung tagte am Sonnabend im wunderbar wiederhergestellten Schloss. Die Hauptversammlung wurde begleitet vom Präsidenten des Sächsischen Landtags Dr. Matthias Rößler und dem Staatsminister Wolfram Günther (Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft) – beide sind Mitglieder des Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
Es wurde über die Arbeit im zurückliegendem Jahr berichtet und Vorhaben für die Zukunft vorgestellt, dazu gehören Projekte in der Lommatzscher Pflege, Themen wie „Landschaftswandel und Landnutzung in Sachsen“ – dazu wird am 18. September 2021 in Malschwitz eine Tagung stattfinden, Vorhaben in der Denkmalpflege wie die Mitwirkung bei einem Denkmalnetz für Sachsen oder bei den Vorbereitungen für ein Freilichtmuseum in Sachsens Mitte (nahe Wilsdruff), Projekte im Naturschutz – hier besonders Vorhaben die die eigenen Flächen an Naturschutzgebieten zum Beispiel im Osterzgebirge, in der Großenhainer Pflege und in der Lausitz betreffen. Am Nachmittag folgten zwei hochinteressante Vorträge: „An der Spree und Lausitzer Neiße: ein deutsch-polnisches Projekt ′1000 Jahre Oberlausitz′ und seine vorläufigen Ergebnisse“ und „Naturschutz im Lausitzer Seenland“.
Insgesamt waren am Wochenende über 130 Teilnehmer mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz unterwegs.

Nochten sowie in den Pücklerpark von Branitz und in den Brühlschen Park von Brody (Pförten). Brody ist ein Ort in der östlichen Niederlausitz im Powiat Żarski der Woiwodschaft Lebus in Polen.- Vom Bergpark hat man schöne Ausblicke auf Schloss und Schlosspark Muskau
- Im Kromlauer Park
- Im Tagebau Nochten rückt der Bagger den Archäologen immer näher
2019 Belgern im Schützenhaus (Mitteilungen im Doppelheft 2 und 3/2019 )
2018 Borna im Stadtkulturhaus (Mitteilungen 2/2018)
2017 Cunewalde in der Blauen Kugel (Mitteilungen 2/2017)
2016 Oschatz im Thomas-Müntzer-Haus (Mitteilungen 2/2016)
2015 Schwarzenberg im Lindenhof (Mitteilungen 2/2015)
2014 Pulsnitz im Schützenhaus (Mitteilungen 2/2014)
2013 Reichenbach/Vogtland im Neuberinhaus (Mitteilungen 2/2013)
2012 Niesky im Bürgerhaus (Mitteilungen 2/2012)
2011 Delitzsch im Bürgerhaus (Mitteilungen 2/2011)
2010 Crimmitschau im Theater (Mitteilungen 2/2010)
2009 Seiffen im Haus des Gastes (Mitteilungen 2/2009, S. 72-78)
2008 Dresden im Ball- & Brauhaus Watzke (Mitteilungen 2/2008 S. 3 ff.)
2007 Pirna in der Herderhalle (Mitteilungen 2/2007)
2006 Leisnig im Schützenhaus (Mitteilungen 2/2006)
2005 Annaberg-Buchholz im Erzhammer (Mitteilungen 2/2005 S. 67 ff.)
2004 Großenhain im Kulturhaus Schloss (Mitteilungen 2/2004 S. 60 ff.)
2003 Sebnitz in der Stadthalle (Mitteilungen 2/2003 S. 66 ff.)
2002 Ostritz im Internationales Begegnungszentrum Kloster St. Marienthal (Mitteilungen 2/2002 S. 2 ff.)
2001 Freiberg im Festsaal der Stadt Freiberg (Mitteilungen 2/2001 S. 63 ff.)
2000 Grimma-Nimbschen in der Kulturscheune Kloster Nimbschen (Mitteilungen 2/2000 S. 77 ff.)
1999 Zwickau in der Katharinenkirche (Mitteilungen 2/1999 S. 79 ff.)
1998 Meißen im Stadttheater (Mitteilungen 3/1998 S. 2 ff.)
1997 Hoyerswerda in er Lausitzhalle (Mitteilungen 3/1997 S. 3 ff.)
1996 Plauen im Malzhaus (Mitteilungen 2/1996 S. 58 ff.)
1995 Rochlitz in der Petrikirche (Mitteilungen 2/1995 S. 77 ff.)
1994 Kamenz im Hotel Dresdner Hof (Mitteilungen 3/1994 S. 79 ff.)
1993 Torgau IM Kulturhaus Rosa Luxemburg (Mitteilungen 2/1993 S. 75 ff.)
1992 Augustusburg im Schloss Augustusburg (Mitteilungen 2/1992 S. 65 ff.)
1991 Weesenstein im Schloss Weesenstein (Mitteilungen 2/1991 S. 3 ff.)
1990 Dresden in der Tonne des Kurländer Palais