bisherige Jahrestreffen

Die Jahrestreffen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz sind immer ein Erlebnis. Hier treffen sich Mitglieder und Heimatfreunde, um die Mitgliederversammlung abzuhalten und sich über die Aktivitäten des Vereins auszutauschen, aber auch um die Umgebung des Tagungsgortes unter fachkundiger Führung zu erkunden.  Weitere Berichte über die Treffen finden Sie in den jeweils genannten Mitteilungen des Landesvereins.

> Jahrestreffen in Kamenz 2025
Erstmals seit der Wiederaufnahme seiner Tätigkeit im Jahr 1990 richtete der Landesverein sein Jahrestreffen zum zweiten Mal in derselben Stadt aus: der Lessingstadt Kamenz, die bereits 1994 Gastgeberin gewesen war. Und das hatte einen guten Grund, denn 1225 – vor genau 800 Jahren – wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt. Eine weitere Premiere betraf die Moderation der Veranstaltung. Seit 1990, als sich der Landesverein nach langer Pause wieder zusammenfand, damals in der Tonne des Kurländer Palais, leitete Dr. Gerhart Pasch diese Veranstaltung jedes Jahr gewohnt stringent und souverän. Nur einmal musste er pausieren und bat Professor Dr. Karl Mannsfeld seine Aufgabe für die Tagung in Borna zu übernehmen. Für diese Treue über Jahrzehnte dankte ihm der Vorsitzende Dr. Thomas Westphalen ebenso nachdrücklich wie herzlich. Nunmehr hielt Dr. Pasch es für angebracht, diese Aufgabe in jüngere Hände zu legen, genauer gesagt in die von Jean-Pierre Kunath, der die Mitglieder ebenso souverän durch die Versammlung mit Berichten, Regularien und Vorträgen führte.  Oberbürgermeister Roland Dantz beehrte die Mitglieder und Gäste des Landesvereins nicht nur mit einem kurzen Grußwort, sondern mit einer Festrede. Er konnte darauf hinweisen, dass die Stadt Kamenz bereits 1909 dem Landesverein beigetreten sei, das war nur wenige Monate nach seiner Gründung. Vor allem aber hielt er einen profunden Vortrag «800 Jahre Kamenz – die Stadt in Geschichte und Gegenwart». Roland Dantz, seit 2004 Stadtoberhaupt, steht aber bereits seit 1988 im Dienst von Kamenz, darunter zehn Jahre als Leiter des Bauamtes. In Ermangelung eines exakten Datums der Gründung von Kamenz gelte die Urkunde aus dem Jahr 1225 zur Stiftung einer Kirche als Gründungs-Dokument, welches im Kloster Marienstern verwahrt werde. Er erinnerte an die Lage an der Handelsstraße «Via Regia» und an die Mitgliedschaft der Stadt im 1346 gegründeten Sechsstädtebund mit Bautzen, Löbau, Zittau, Görlitz und Lauban. Das Kamenzer Forstfest, seit 2021 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt, gehe der Sage nach auf die Hussitenzeit zurück. Weiß gekleidete Kinder mit aus frischem Grün geflochtenen Kränzen sollen demnach die Hussiten so gerührt haben, dass es schließlich nicht zur Brandschatzung der Stadt kam. Der Oberbürgermeister unterstrich das ehrenamtliche Engagement, welches 1929, dem 200. Geburtstag des bedeutendsten Sohns der Stadt, die Gründung des Lessing-Museums ermöglichte. und er verlieh seiner Freude Ausdruck, dass eine Woche nach dem Jahrestreffen des Landesvereins der Grundstein zur Erweiterung des Lessing-Museums gelegt werde, dessen Entwurf noch vom renommierten aber leider im Februar 2024 verstorbenen Architekten Peter Kulka stamme. Zu den berühmten Söhnen der Stadt zähle auch der Maler und Bildhauer Georg Baselitz, geboren in Deutschbaselitz, welches seit 1999 nach Kamenz eingemeindet ist. Roland Dantz erinnerte an den Ausbau der Stadt zur Garnison um 1900, die sie bis zum Ende des Kalten Krieges blieb. Auch der Kamenzer Flugplatz, auf dem im Übrigen Sigmund Jähn das Fliegen gelernt habe, sei als militärische Einrichtung entstanden.  Aktuell habe Kamenz 17 000 Einwohner. Trotz namhafter Firmen, wie der Accumotive GmbH & Co. KG, der Ansiedlung des Statistischen Landesamtes und dem erfolgreichen Ringen um die Sicherung und Erweiterung des Gymnasiums sei die Bevölkerungsentwicklung der Stadt rückläufig. Stolz könne Kamenz auf die sakralen Schätze sein, allen voran die, welche in der Klosterkirche St. Annen im Anschluss an die Hauptversammlung bei Orgelklängen bewundert werden konnten.
 
 
Foto links: Hauptkirche St. Marien, Andreas Krause
Foto rechts: Friedenstaube in der  Hauptkirche St. Marien, Foto: Dieter Herz
 
Zu Beginn seines Berichts dankte der Vorsitzende, Dr. Thomas Westphalen, auch in diesem Jahr den Fachbereichen sowie den Arbeits-, Regional- und Ortsgruppen und nicht zuletzt der Geschäftsstelle für die Zuarbeiten, welche die Breite der Inhalte und des Engagements des Landesvereins widerspiegelten. und er schloss in diesen Dank ausdrücklich auch all die ein, die sich das ganze Jahr über ehrenamtlich für den Landesverein engagieren.  Aktuell habe der Landesverein 914 Mitglieder, darunter 80 Körperschaften und zehn Ehrenmitglieder. Die Zahl der Eintritte (45) und Austritte (46) sei im Berichtszeitraum (Juni 2024 bis April 2025) erneut fast in der Waage. Allerdings seien darüber hinaus 28 Mitglieder verstorben. Ihrer gedachte die Versammlung im Stillen. Positiv sei zu verbuchen, dass die folgenden drei Vereine als körperschaftliche Mitglieder den Weg zum Landesverein gefunden haben: Königlich-Sächsische Antonshütte e.V., Park- und Schlossterrassen Nöthnitz e.V. sowie der Ortsverein Pillnitz e.V. Mit der Würdigung des Engagements der Redaktionen der Mitteilungen und des Kalenders verband der Vorsitzende die dringende Bitte an die Mitglieder um Mitwirkung in Form von Beiträgen, Nachrichten und Hinweisen.  In den Vorstand wurden vier Mitglieder neu kooptiert: Jean-Pierre Kunath in den geschäftsführenden Vorstand sowie Vivien Ernst, Hartmut Gräfe und Andreas Krause in den Gesamtvorstand. In den verschiedenen gesellschaftlichen und fachlichen Gremien werde der Landesverein wie folgt vertreten: im MDR-Rundfunkbeirat bis Februar 2025 durch Dr. Gerhart Pasch, seit März 2025 durch Dr. Dieter Herz; im Naturschutzbeirat durch Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke, im Denkmalrat durch Dr. Hans-Joachim Jäger, im Fischereibeirat für die Naturschutzverbände durch Dr. Thomas Westphalen, im Naturschutzbeirat des Landkreises Nordsachsen durch Dr. Uta Kleinknecht sowie in drei AG zum Nationalpark Sächsische Schweiz durch Konrad Creutz, Dr. Thomas Westphalen und Jürgen Dittrich.  
 
 
Fotos v.l.n.r.: Angeregte Gespräche in den Pausen, Blick in den Saal während der Hauptversammlung, Oberbürgermeister Roland Dantz übergibt Dr. Thomas Westphalen die Schrift zum Stadtjubiläum von Kamenz; Fotos: Andreas Krause
 
Im Februar 2025 widmete sich der geschäftsführende Vorstand in einem ganztägigen Workshop in Helbigsdorf der Außendarstellung und Mitgliedergewinnung des Landesvereins und befasste sich dabei auch mit dem Missbrauch des Begriffs «Sächsischer Heimatschutz» durch rechtsextreme Gruppierungen, etwa bei einer Demonstration in Heidenau im November vergangenen Jahres. Am 1. März 2025 brachte sich der Landesverein für die Naturschutzverbände mit einer Präsentation sowie einer schriftlichen Stellungnahme in die Anhörung zur Änderung des Sächsischen Waldgesetzes ein. Bereits am 10. August 2024 feierte der Landesverein als Mitveranstalter den vor 120 Jahren in Dresden gegründeten «Bund Heimatschutz», den heutigen «Bund Heimat und Umwelt in Deutschland » (BHU). Über diese Veranstaltung und die Auszeichnung von Mitgliedern und Initiativen des Landesvereins wurde ausführlich in Heft 3/2024 (S. 83 ff.) der Mitteilungen berichtet. Ebenso wurde in den Mitteilungen 2/2024 über die Errichtung der Stiftung «Lebendiges Erbe Sachsen» informiert. Sie ist denselben Zielen wie der Landesverein verpflichtet, weshalb der Vorsitzende auch «geborenes Mitglied» im Kuratorium der Stiftung ist. Dem Eigentum des Landesvereins – Denkmälern und Naturschutzflächen – widmete sich der Bericht exemplarisch am Beispiel der Moorrevitalisierung am Dammmühlenteich, die mit 180 000 € gefördert wurde, der Pflanzaktion am Haselberg im Rahmen der gemeinsamen Initiative mit sächsischen Unternehmern «3000 Weißtannen für Oelsen» und dem Lupinenstechen auf der Klengelwiese am Geisingberg.
 
Der Fachbereich Naturschutz/Landschaftsgestaltung unter Leitung von Dr. Olaf Bastian und Juliane Schaefer gab im Rahmen von Beteiligungsaufforderungen von April bis November 2024 zu 154 Vorhaben Stellungnahmen ab. Darunter waren die Ablehnung einer Erweiterung des Sandsteinbruchs Wehlen bis 2055 oder auch eine kritische Stellungnahme zur Errichtung eines Sport- und Freizeitresorts im Leipziger Neuseenland mit der Anlage eines neuen Sees mit 1,5 ha Fläche in Nähe zu einem Naturschutzgebiet. In Sachen Industriepark Oberelbe bedauerte der Vorsitzende, dass bedeutende Fachstellungnahmen, so auch die des Landesvereins, in der Abwägung keine Berücksichtigung gefunden haben. Gemeinsam mit den anderen Naturschutzverbänden Sachsens habe auch der Landesverein in einem Offenen Brief die Kürzungen im Haushaltsentwurf 2025/26 des Freistaates als Gefährdung der Arbeit der Verbände kritisiert. In regelmäßigen Sitzungen des Fachbereichs wurden zentrale Themen durch Vorträge vertieft, seien es aktuelle Herausforderungen des Klimawandels oder auch Aktivitäten, Konflikte und Lösungen zum Alleenerhalt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Innerhalb der Naturschutzstation Osterzgebirge ist Daphna Zieschang (Landesverein Sächsischer Heimatschutz) für die Umweltbildung in Schulen und außerschulischen Einrichtungen verantwortlich. Neben der Umweltbildung betreibt die Station wichtige Projekte unter anderem das Monitoring von Kreuzotter, Weißstorch und Haselmaus, die Kartierung von Steinrücken für den Raum Oelsen sowie praktische Naturschutzarbeit und Landschaftspflege. Astrid Sturm arbeitet aktiv im Vorstand der Naturschutzstation und hat wesentlichen Anteil an vielfältigen gemeinsamen Projekten. Die Träger der Naturschutzstation Osterzgebirge sind: Grüne Liga Osterzgebirge e.V., Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz- Osterzgebirge e.V. und Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
 
Eine Vielzahl von Aktivitäten entfaltete der Fachbereich Heimatgeschichte und Denkmalpflege. Die zahlreichen Bildungs- und Beratungsangebote vom «Denkmalnetz Sachsen» gingen nunmehr in das zunächst letzte Jahr der Förderung, wobei der Vorsitzende seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass diese verlängert werde. Das Spektrum der Veranstaltungen und Angebote reichte von Praxisseminaren für handwerkliche Denkmalpflege über solche für Kinder und Jugendliche, Vorträge und Exkursionen bis hin zu Parkseminaren, der Beteiligung an der Denkmalmesse und einer Holzschindeltagung. und dies alles, denn das ist der Grundgedanke des Denkmalnetzes, mit einer Vielzahl von Partnerinstitutionen: von der Architektenkammer Sachsen über die Handwerkskammern zu Leipzig und Chemnitz, den Verband der Restauratoren bis hin zum Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V., um nur eine kleine Auswahl zu benennen. Mit Blick auf die AG Dorfentwicklung richtete der Vorsitzende seinen herzlichen Dank an Dr. Gerhart Pasch für sein über 30-jähriges, die AG prägendes Wirken und an Olaf Helbig für seine Bereitschaft, die Nachfolge als Vorsitzender der AG zu übernehmen. Über die Jahrestagung der AG Dorfentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Denkmalnetz Sachsen am 21. September 2024 berichtete Andreas Krause ausführlich in den Mitteilungen 3/2024 (S. 92 ff.). Der Vorsitzende dankte ausdrücklich Kay Arnswald vom Verein zur Förderung der ländlichen Baukultur in Sachsens Mitte für die Rettung wertvoller Bausubstanz und die ermutigenden Schritte zur Errichtung eines Freilichtmuseums.
 
Die AG Industriekultur besuchte die Ausstellung «Kamerastadt Dresden» in den Technischen Sammlungen Dresden sowie die Energiefabrik Knappenrode. Schon jetzt sollte man sich folgende Termine vormerken: Sonnabend, 25. Oktober 2025: Besuch Deutsches Damast- & Frottiermuseum Großschönau; Sonnabend, 28. März 2026: Tagung «Lebendiges Netzwerk Industriekultur » mit Markt der Akteure. Über die Preisverleihung und die Preisträger des 17. Sächsischen Landespreises für Heimatforschung 2024 berichtete René Misterek in den Mitteilungen 1/2025 (S. 74 ff.). Der Landespreis wird auch 2025 wieder vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus ausgelobt und vom Landesverein organisiert.
Über die Aktivitäten des Fachbereichs Volkskunde/ Regionalkultur im zurückliegenden Jahr informierte Dr. Dieter Herz in den Mitteilungen 1/2025 (S. 77 ff.) und ebenso Jürgen Dittrich über jene der Fachgruppe Geologie – Mineralogie – Paläontologie (S. 79 ff.). Im laufenden Jahr 2025 begeht die Fachgruppe ihr zehnjähriges Bestehen.
 
Am 5. April 2025 fand der 10. Heimattag im Vogtland statt. In den zehn Heimattagen traten 40 Referenten aus dem Vogtland und aus Sachsen auf, die 76 Vorträge hielten. In inhaltlicher Hinsicht widmeten sich die Vogtländischen Heimattage Themen aus den Bereichen Heimatkunde/Heimatgeschichte und Naturkunde. Besondere Aufmerksamkeit galt der Industriegeschichte der Region, unter anderem mit Vorträgen zur VOMAG Plauen, zu den Adorfer Teppichwerken und zur Plauener Damenkonfektion. Nicht zuletzt würdigte der Vorsitzende die Aktivitäten der verschiedenen Ortsgruppen und gab einen Ausblick auf Termine im zweiten Halbjahr 2025. Zum Tag der Sachsen vom 5. bis 7. September 2025 in Sebnitz wird das Ackerbürgerhaus des Landesvereins geöffnet und in das Programm einbezogen. und drei Wochen später findet am 27. September 2025 in Freiberg der 14. Sächsische Heimattag unter dem Motto «Gesellschaftlicher Wandel fordert Umnutzung – ein zeitgeschichtliches Thema für Ortschronisten und Heimatforscher! » statt.
An den Schluss seines Berichtes stellte der Vorsitzende, Dr. Hans-Joachim Jäger zitierend, grundsätzliche Aussagen zur Arbeit des Landesvereins: Wir befassen uns mit der Ausstattung und Geschichte unserer Kulturlandschaft, das heißt: der naturräumlichen Ausstattung, den Ortsbildern, den Menschen, der Erhaltung der Boden- und Baudenkmale, den technischen Denkmalen und Anlagen, den Dorf- und ländlichen Baustrukturen, der Industriekultur, der Kultur- und Sozialgeschichte, der Regional- und Landesgeschichte aber auch mit den Fragen der Gegenwart bei der Gestaltung von Vorhaben in kommunaler und regionaler Planungsverantwortung (Gutachten, Stellungnahmen und praktischen Aktivitäten). Ziele sind dabei: zu bewahren, weiter mitzugestalten, zu vernetzen, Wissen zu vermitteln, zu praktischem und konkretem Handeln zu motivieren. Wesentlich dabei: ehrenamtliches Engagement und Fachkompetenz. Beim Einsatz erleben wir viel Liebe zu den vielfältigen und teilweise sehr komplexen Themen.
 
Im Anschluss gab Steuerberater Klaus Rüdiger den Finanzbericht für das Jahr 2024 ab und Schatzmeister Ron Schmiedel stellte den Haushaltsplan 2025 vor. Kassenprüfer Hans-Dieter Kretschmann konnte bei der Kassenprüfung zusammen mit Andreas Walter am 29. März 2025 keine Beanstandungen feststellen und unterstrich den Umfang der finanziellen Vorgänge mit 12 800 Buchungen im vergangenen Haushaltsjahr. Anschließend beschloss die Mitgliederversammlung bei zwei Enthaltungen ohne Gegenstimmen die Entlastung des Vorstandes. Zum Abschluss der Hauptversammlung lud der Vorsitzende zum Jahrestreffen mit Hauptversammlung im kommenden Jahr vom 8. bis 10. Mai 2026 in die Saigerhütte Grünthal bei Olbernau ein. Nach der Mittagspause folgten Vorträge zur Kulturlandschaft und Geschichte der Region: «Im Wohnzimmer der Stadt» Der eindrucksvolle Vortrag von Marion Kutter zur höchst erfolgreichen Arbeit der von ihr geleiteten Stadtbibliothek «G. E. Lessing», die 2023 von Staatsministerin Barbara Klepsch mit dem Sächsischen Bibliothekspreis ausgezeichnet worden ist, findet sich aufbereitet als eigener Beitrag in dieser Ausgabe. Die Autorin ist zugleich Vorsitzende des Kamenzer Geschichtsvereins e.V.
 
Das Tal des Todes Benedikt Ziesch, Heimatforscher, der sich seit vielen Jahren mit den letzten Tagen und Wochen des Krieges in der Oberlausitz befasst, beeindruckte die Versammlung mit seinen gründlichen Recherchen zu den Kämpfen vor nun mehr gut 80 Jahren zwischen Lehndorf, Siebitz, Kuckau und Horka. Es muss ein furchtbares Gemetzel um den 26. und 27. April 1945 gewesen sein, dem nach Schätzungen 350 Zivilisten und 6 500 Soldaten zum Opfer fielen. Dramatisch waren die Verluste der 2. Polnischen Armee, die in eine Falle der Deutschen geriet. Den tragischen Ereignissen und dem jährlichen Gedenken auch seitens der polnischen Angehörigen wird in der kommenden Ausgabe der Mitteilungen ein umfassender Artikel gewidmet sein.
 
Kiefernwälder im Wandel: Waldgesellschaften und Forsten mit Wald-Kiefer als Bestandsbildner und Mischbaumart im Oberlausitzer Tiefland
Dr. Wolfgang Böhnert stellte den ebenso profunden wie umfassenden Vortrag von Professor Dr. Peter A. Schmidt vor, der leider erkrankt war. Besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der historischen Waldnutzung, der Umwandlung in Kiefernforste, den Waldumbau und andere aktuelle Probleme:
  • Zur Lebensstrategie, Ökologie und Verbreitung von Pinus sylvestris
  • Waldgesellschaften mit der Kiefer als Bestandsbildner
  • Waldgesellschaften mit der Kiefer als Mischbaumart
  • Wandel der Kiefernwälder durch historische Nutzungen
  • Kiefernforsten als künstlich begründete Kiefernbestände
  • Beispiele gegenwärtigen Wandels.
Auch dieser Vortrag fand reges Interesse und war Anlass zu Gesprächen im Nachgang und bei den sonntäglichen Exkursionen. Nach diesem umfänglichen Programm entließ uns Jean-Pierre Kunath zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Stadt Kamenz. In der Klosterkirche St. Annen und dem darin befindlichen Sakralmuseum kamen wir am Abend wieder zusammen, wurden von Michael Pöche (Kantor und Kirchenmusikdirektor) mit Musik an der historischen Mende-Orgel begrüßt und konnten die vielfältigen Sammlungsstücke bewundern. Über das Museum und die Kirche berichtete der Kurator Johannes Schwabe. Anschließend trafen wir uns dann zum gemütlichen Beisammensein im «Goldenen Hirsch» und es gab noch viele schöne Gespräche.
 
Richard Neun
 
Text und Bilder aus den Mitteilungen 2/2025,  ab Seite 50
> Jahrestreffen in Dippoldiswalde 2024

Dr. Gerhart Pasch konnte als stellvertretender Vorsitzender 108 Teilnehmer, die Mitglieder und Freunde des Landesvereins, zur Hauptversammlung in der seit mindesten 1000 Jahren besiedelten Stadt Dippoldiswalde begrüßen, auch wenn deren urkundliche Erwähnung erst 1218 erfolgte. zu den spannendsten Erkenntnissen jüngerer Zeit gehört die Entdeckung eines Silberbergbaus aus dem 12. Jahrhundert. Dieser wurde zwar relativ bald wieder aufgegeben, aber genau deshalb haben sich hier lange unentdeckte Zeugnisse des historischen Bergbaus aus der Zeit des Hochmittelalters erhalten. Doch dazu später mehr.
 
Mit gut 14 000 Einwohnern ist Dippoldiswalde nach zahlreichen Eingemeindungen (zuletzt kam Schmiedeberg im Jahr 2014 dazu) neben Freiberg das Mittelzentrum des Osterzgebirges. in seinem Bericht dankte der Vorsitzende, Dr. Thomas Westphalen, zunächst für die zahlreichen Beiträge aus den Fachbereichen, arbeits-, Regional- und Ortgruppen, von Mitgliedern sowie der Geschäftsstelle. Vergleichsweise Positives konnte er nach Jahren rückläufiger zahlen zur Mitgliederentwicklung berichten: Die Zahl der Neueintritte (46) und der durch Sterbefälle und Austritte ausgeschiedenen Mitglieder (48) habe sich im Berichtszeitraum von Mai 2023 bis April 2024 nahezu die Waage gehalten, so dass man fast schon von einer Trendumkehr sprechen könne. Zum Kreis der aktuell 991 Mitglieder gehörten neben acht Ehrenmitgliedern vor allem auch 74 Körperschaften, darunter 21 Heimat- und geschichtsvereine sowie acht Kommunen. In diesem Bereich gebe es noch «Luft nach oben». Zentral bleibe zugleich die Aufgabe, jüngere Mitglieder für den Landesverein und sein thematisches Spektrum zu begeistern. Zehn Sitzungen des geschäftsführenden Vorstandes und drei Sitzungen des Gesamtvorstandes trugen dazu bei, die Aktivitäten zu koordinieren und Entscheidungen zu treffen. Dank gebühre insbesondere auch den 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die ein- bis zweimal pro Woche für den Landesverein vor Ort seien, sowie den Redaktionen der Mitteilungen sowie des Kalenders «Sächsische Heimat» – nicht zuletzt den zirka 90 Autorinnen und Autoren, die zu diesen Publikationen Beiträge lieferten. Dr. Westphalen verband dies mit dem Appell an die Mitglieder, zu diesen den Landesverein repräsentierenden Veröffentlichungen auch künftig eigeninitiativ Beiträge, Nachrichten und Hinweise bereitzustellen.
 
Das Eigentum des Landesvereins – allen voran Naturschutzflächen – umfassen mittlerweile 2700 ha, wobei die Flurstücke mittlerweile digital auf einer Karte erfasst seien – einschließlich der mehr als 4 ha am Eichberg, einer von 16 Teilflächen des NSG «Trockenhänge südöstlich Lommatzsch», die als Kompensation für die Errichtung einer Windkraftanlage bei Eulitz südlich von Lommatzsch 2024 erworben werden konnten. Ein Dank ging an die Arbeitsgruppe «Eigentum», die alle Aktivitäten für den Erwerb und die Pflege des Eigentums des Landesvereins koordiniert.
 
Zum NSG Niederspreer Teichgebiet verwies Dr. Westphalen auf interessante neue Erkenntnisse des Landesamtes für Archäologie unter der Überschrift «Ein Stück Reichsautobahn im ‹Nirgendwo›». Konkret stellte das Landesamt fest: Wo sich heute in der Niederspreer Teichlandschaft, dem größten Naturschutzgebiet im Landkreis Görlitz, Wolf und Hase eine gute Nacht wünschen, muss in den späten 1930er Jahren emsig gebaut worden sein. in digitalen Geländemodellen zeichnen sich auf einer Länge von fast 3,5 Kilometern Baumaßnahmen wie Dammschüttungen eines kurzen Teilstücks der seit 1937 projektierten Reichsautobahn Stettin–Frankfurt/Oder–Forst– Görlitz–Zittau ab, deren Weiterbau mit dem von Deutschland entfesselten Krieg Geschichte war.
 
Die Ausführungen zu den von Mike Hölzel und Wolfgang Böhnert betreuten Naturschutzgebieten um Oelsen und am Geisingberg stellte der Vorsitzende, auf den gesonderten Vortrag und die Exkursion verweisend, unter die Überschrift «Seltene Lebensräume und übergriffige Nachbarn». Der besondere Dank galt den Mitwirkenden bei den Mähwochenenden und beim Lupinenstechen. zu pflegende Bergwiesen gibt es auch im «Zechengrund » unterhalb des Fichtelbergs bei Oberwiesental. Die Naturschutzjugend des NABU lädt zur Pflege dieser Bergwiesen zum alljährlichen Bergwiesencamp vom 20. Juli bis 3. August 2024 ein. auf die mit der Eigentümerschaft von Naturschutzflächen verbundenen Pflichten zur Verkehrssicherung in Zusammenhang mit Baumbrüchen wurde am Beispiel der Märzenbecherwiese im Polenztal verwiesen.
 
Aber Herausforderungen gibt es auch im Spannungsverhältnis zwischen Naturschutz und Veranstaltungsformaten. So konnte bedauerlicherweise mit den Organisatoren des traditionellen Pfingstsingens im Seifersdorfer Tal kein für den Naturschutz verträglicher Kompromiss hinsichtlich Dimension und Charakter der Veranstaltung gefunden werden, was leider zu sehr unsachlichen Vorwürfen gegenüber dem Landesverein und seinem Vorsitzenden führte. Erfreulicher: Anlässlich der Fertigstellung der Aussichtsplattform an der Babisnauer Pappel gab es im September 2023 einen Herbstspaziergang zusammen mit der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen e.V. und ein anschließendes Fest, welches im Wesentlichen von der Regionalgruppe Goldene Höhe organisiert wurde.
 
Für den Fachbereich Naturschutz und Landschaftsgestaltung zeichneten im Berichtszeitraum Dr. Olaf Bastian sowie in der Geschäftsstelle Dr. Korinna Thiem (bis 31. Dezember 2023) und in ihrer Nachfolge (ab 1. April 2024) Juliane Schaefer verantwortlich. Neben Fachvorträgen und Vorortterminen – unter anderem mit der Nationalparkverwaltung zu den Waldbrandflächen am großen Winterberg – standen erneut die naturschutzrechtlichen Verfahrensbeteiligungen im Zentrum: Von insgesamt 700 Eingängen wurden etwa 120 umweltrelevante Vorhaben bearbeitet: Allen voran zu geplanten abbauvorhaben, zu Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien, zu Industrieansiedlungen und weiteren Bauprojekten. Bei entsprechenden Veranstaltungen und Diskussionen wurde stets die klare Positionierung pro Nationalpark Sächsische Schweiz kommuniziert. Fester Bestandteil ist weiterhin die Zusammenarbeit mit den anderen sächsischen Naturschutzverbänden. Sie manifestierte sich aktuell beispielsweise in der im April 2024 unterzeichneten Warthaer Erklärung zur Situation des Kiebitz in Sachsen. Darin fordern die beteiligten Verbände von der Staatsregierung insbesondere ein langfristiges Sofortprogramm zum Schutz des Kiebitz und seiner Lebensräume.
 
Für den Fachbereich Denkmalpflege und Heimatgeschichte trugen Dr. Hans-Joachim Jäger, Dr. Gerhart Pasch, Dr. Petra Westphalen sowie in der Geschäftsstelle Sara Lamowski und Andreas Krause (Denkmalnetz) Verantwortung. Neben den Aktivitäten im Rahmen des Denkmalnetzes sind die AG «Dorfentwicklung» und der Fachbereich «Industriekultur» in diesem thematischen Spektrum aktiv. Der 12. Sächsische Heimattag im Oktober 2023 befasste sich mit der Thematik «Quellen der Heimatforschung und neue Methoden der Erschließung». Zugleich wurde bereits das Augenmerk auf den 13. Sächsischen Heimattag am 28. September 2024 in Freiberg gelenkt, der sich der wichtigen Frage widmen wird, welchen Beitrag das Ehrenamt bei der Erfassung von Kulturdenkmalen leistet.
 
Im Rahmen des Denkmalnetzes konnten seit Mai 2023 unter anderem vier Führungen «Klimawandel in historischen Gärten», ebenfalls vier Diskussionsveranstaltung «Denkmale im Wandel», zwei Praxisseminare handwerkliche Denkmalpflege, vier Praxisseminare für Jugendliche und Kinder und drei Parkseminare umgesetzt werden. Nicht unerwähnt blieben die Präsenz beim Tag der ehrenamtlich Tätigen in der Denkmalpflege, der EIPOS Sachverständigentag, die Teilnahme am Bahnhofsfest Niedercunnersdorf sowie an der Dienstberatung der unteren Denkmalschutzbehörden mit dem Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung sowie die Tagung «Resiliente Parks und Gärten in ländlichen Kommunen» in Schloss Siebeneichen. Ferner gab es Workshopangebote zum Tag des offenen Denkmals für das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden sowie die Beteiligung am Jugendbildungstag PEGASUS für das Landesamt für Denkmalpflege. Dank einer Erhöhung der Fördermittel konnte in der Geschäftsstelle eine weitere Stelle für das Denkmalnetz eingerichtet und damit Voraussetzungen für eine noch größere Wirksamkeit, etwa auch im Rahmen der «Bildungsoffensive Denkmalpflege» – einer Initiative der Stadt Görlitz, des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, der Handwerkskammer zu Leipzig, der Kreishandwerkerschaft Region Meißen und des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz – geschaffen werden.
 
Mit den Handwerkskammern von Leipzig und Chemnitz konnten in Sachen Denkmalnetz Kooperationen geschlossen oder fortgesetzt werden; eine Kooperationsvereinbarung mit der Architektenkammer Sachsen ist am Tag vor der Hauptversammlung unterzeichnet worden und mit der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten gGmbH befindet sich eine solche in der Erarbeitung. zahlreiche Veranstaltungen zur Bildung und Weiterbildung im Denkmalnetz sind auch im Kalender des laufenden Jahres fest verankert. Hingewiesen sei hier neben dem bereits genannten 13. Sächsischen Heimattag in Freiberg insbesondere auf die drei Parkseminare an aufeinander folgenden Oktober-Wochenenden, beginnend vom 11.–13. Oktober in Kromlau und dann jeweils eine Woche später in Wechselburg und Thürmsdorf.
 
Zur Jahrestagung der AG Dorfentwicklung im Oktober 2023 in Pödelwitz und Großpriesligk wird auf die Beiträge in den Mitteilungen 1/2024 verwiesen. Die AG Industriekultur führte eine Exkursion nach Seifhennersdorf in die Pianofortemanufaktur Bechstein durch und besuchte im Dezember 2023 die Energieausstellung der DREWAG kurz vor deren Schließung.
Der Fachbereich Volkskunde/Regionalkultur in Verantwortung von Dr. Dieter Herz und Harald Worms organisierte Vorträge zu den Themen «Herrnhut und die Sorben» (Dr. Lubina Malinkowa) sowie «inszenierte Heimat. Heimatfeste in der mitteldeutschen Industrieregion zwischen Traditionsbewusstsein und Fortschrittsoptimismus (1898 bis 1933)» (Antje Reppe) sowie eine Exkursion mit Dr. Albrecht Kirsche in den Seiffener Winkel. Ferner widmete sich der Fachbereich der jüngeren Tradition der gedenkbäume in Sachsen (vergleiche Mitteilungen 3/2023). Der Frage, welche speziellen Baumpflanzungen und welche Themenbäume es in Sachsen aktuell gibt, widmete sich der Fachbereich mit einer Umfrage Aktion. Das Interesse galt dabei Aktivitäten, die sich seit 1990 feststellen lassen. Es gingen Angaben zu 51 Bäumen aus rund drei Dutzend Kommunen ein. Die meisten Meldungen kamen aus dem Dresdner Raum, der Sächsischen Schweiz sowie der Lausitz. in den Zuschriften wurde deutlich, dass die Bräuche rund um die Bäume in der Bevölkerung viel Zustimmung und freudige Aufnahme finden.
 
Die Fachgruppe Geologie – Mineralogie – Paläontologie unter Leitung von Jürgen Dittrich führte unter anderem Exkursionen zum Zinnerzbergbau in Geyer-Ehrenfriedersdorf, zu Nickelerzlagerstätten am Rande des Granulitgebirges und auf die tschechische Seite des Erzgebirges durch. Mit Schlaglichtern auf die Arbeit der Regionalgruppe Vogtland sowie mehrerer Ortsgruppen schloss der Vorsitzende den fachlich-inhaltlichen Bericht, der erneut, wenn auch ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die thematische Breite des Landesvereins eindrücklich widerspiegelte. Wie gewohnt stellte Steuerberater Klaus Rüdiger kompetent und informativ den Finanzbericht für das Jahr 2023 in den verschiedenen Sparten vor. Erstmals habe es im vergangenen Jahr aufgrund der Zinsentwicklung auch wieder Zinserträge zu verzeichnen gegeben. Rein rechnerisch wurde das Haushaltsjahr 2023 mit einem leichten Minus in Höhe von 2440,95 € abgeschlossen, was aber angesichts der freien Rücklagen in keiner Weise dramatisch sei. Schatzmeister Ron Schmiedel stellte den Haushaltsplan 2025 vor. Den Bericht zur Rechnungsprüfung übernahm Ilona Schroeter. Die Prüfung fand am 13. April 2024 in Anwesenheit von Steuerberater Klaus Rüdiger, Schatzmeister Ron Schmiedel, der Geschäftsführerin Susanna Sommer sowie der beiden Rechnungsprüfer Jens Börner und Hans-Dieter Kretschmann statt. Im Anschluss an die Berichte beschloss die Mitgliederversammlung bei wenigen Enthaltungen von Betroffenen ohne Gegenstimmen die Entlastung des Gesamtvorstandes. Für den gesamtvorstand kandidierten 28 Mitglieder, die alle mit der erforderlichen Mehrheit für die Dauer von vier Jahren gewählt wurden und die Wahl annahmen. Dem Gesamtvorstand gehören an:
 
Kay Arnswald, Wilsdruff OT Helbigsdorf
Dr. Olaf Bastian, Moritzburg OT Boxdorf
Dr. Wolfgang Böhnert, Kurort Hartha
Konrad Creutz, Hinterhermsdorf
Jürgen Dittrich, Freital
Ingo Fischer, Leipzig
Wolfram Günther, Königsfeld-Schwarzbach
Ulrike Hantsche, Wachau OT Seifersdorf
Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke, Bannewitz OT Possendorf
Dr. Alexander Harter, Lohsa OT Hermsdorf
Dr. Konstantin Hermann, Frauenstein
Dr. Dieter Herz, Dresden
Dr. Hans-Joachim Jäger, Radebeul
Dr. Ines Keller, Bautzen
Dr. Albrecht Kirsche, Dresden
Jean-Pierre Kunath, Dresden
Professor Dr. Karl Mannsfeld, Dresden
Christian Meyer, Limbach-Oberfrohna
René Misterek, Dresden
Cornelia Müller, Görlitz
Dr. Gerhart Pasch, Leipzig
Karl-Heinz Rutsch, Kalkreuth
Rudolf Schröder, Dresden
Ron Schmiedel, Dresden
Professor Dr. Peter a. Schmidt, Coswig-Sörnewitz
Dr. Jens Uhlig, Annaberg-Buchholz
Dr. Thomas Westphalen, Dresden-Langebrück

Einstimmig wählte die Mitgliederversammlung ferner Hans-Dieter Kretschmann und Andreas Walter zu Rechnungsprüfern.

Mit der Ehrung von Harald Worms würdigte der Vorsitzende ein Mitglied der ersten Stunde des 1990 wieder erstandenen Landesvereins. Harald Worms war nicht nur Mitglied des Gesamtvorstandes, für den er nun allerdings altersbedingt nicht erneut kandidierte, sondern in den Jahren 2014 bis 2020 auch Schatzmeisters des Landesvereins. Vor allem hat er sich führend für den Fachbereich Volkskunde/Regionalkultur und seine Ortsgruppe Gompitzer Höhe engagiert. Nicht zuletzt, so hob Dr. Westphalen hervor, verbinde sich mit seinem Namen der «Ruf aus Dresden» zum Wideraufbau der Frauenkirche (siehe Betrag in diesem Heft). Zum Abschluss der Hauptversammlung lud der Vorsitzende zum Jahrestreffen mit Hauptversammlung im kommenden Jahr vom 9. bis 11. Mai 2025 nach Kamenz ein.

Vortrag «Auf dem Weg zu einem Freilichtmuseum in Sachsens Mitte»

Kay Arnswald stellte in seinem Vortrag den am 6. Juli 2021 in Helbigsdorf bei Wilsdruff als Untergliederung des Landesvereins gegründeten «Verein zur Förderung der ländlichen Baukultur in Sachsens Mitte e.V.» vor. Der Verein mit zirka 20 Mitgliedern habe sich insbesondere folgende Ziele gesetzt:

  • Aufklärung und Informationsvermittlung der Mitglieder und der Öffentlichkeit über die regionale Baukultur,
  • Förderung von Kultur und Kleinkunst im ländlichen Raum,
  • Stellungnahmen zu wichtigen, mit den Zielen des Vereins zusammenhängenden Fragen, auch in öffentlichen Medien,
  • Konzeption und Durchführung von Vorträgen, Veranstaltungen, Tagungen und geeigneten Fort- und ausbildungsmaßnahmen,
  • Organisation von Führungen und Exkursionen,
  • Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Körperschaften, Verbänden, Organisationen sowie öffentlich-rechtlichen Trägern auf dem Gebiet der Denkmalpflege.

Der Vereinszweck werde insbesondere verwirklicht durch die ideelle und, soweit möglich, materielle Förderung eines entstehenden «Freilichtmuseums in Sachsens Mitte». Dabei gehe es neben der Förderung des Aufbaus des Museums um

  • Unterstützung und Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit durch Sammeln und Bewahren,
  • die Erweiterung der Sammlungen durch Einwerben von Objekten
  • sowie um die Unterstützung bei Restaurierungsmaßnahmen und Translozierungen.

Als Standort des künftigen Freilichtmuseums wird das Rittergut Limbach (bei Wilsdruff) favorisiert. Damit könnten die von den aktiven bereits geordnet abgetragenen, eingelagerten und dokumentierten Häuser, denen ansonsten die Zerstörung durch abriss gedroht hätte, eine gesicherte Zukunft erhalten. Beispielhaft verwies Arnswald auf das bereits so gesicherte Bergarbeiterhaus in Altenberg.

Vortrag «Immaterielles Kulturerbe in Sachsen»

In ihrem Vortrag stellte Antje Reppe M.a., die Leiterin der Beratungs- und Forschungsstelle immaterielles Kulturerbe in Sachsen, angesiedelt beim Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. vor, was unter immateriellem Kulturerbe zu verstehen sei. Es handele sich um ein breites Spektrum, angefangen von mündlich überlieferten Traditionen und ausdrucksformenüber darstellende Künste, gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste oder auch traditionelle Handwerkstechniken, bis hin zu Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation. Sie informierte, dass Deutschland dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes 2013 beigetreten sei. Ziel sei, unter dem Motto «Wissen. Können.Weitergeben» die Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in Deutschland und weltweit zu erhalten, zu pflegen und zu fördern. Der Freistaat Sachsen führe eine eigene Landesliste, wobei ein Eintrag Voraussetzung sei, für das bundesweite Verzeichnis nominiert zu werden. als Beispiele benannte Antje Reppe unter anderem den traditionellen vogtländischen Musikinstrumentenbau, die Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen, die Tradition und Aufführungspraxis geistlicher Musik durch sächsische Knabenchöre, die Sächsische Staatskapelle oder auch das sächsische Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge. Mehr Informationen unter www.ike-sachsen.de

Vortrag «Montanarchäologie im Osterzgebirge»

Dr. Christiane Hemker vom Landesamt für Archäologie Sachsen stimmte mit ihrem Vortrag auf den im Anschluss an die Hauptversammlung angebotenen Besuch des Museums für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge ein. Erst aufgrund von Tagesbrüchen im Kontext von Ausspülungen im Zusammenhang mit dem August-Hochwasser des Jahres 2002 war die Bergsicherung und dann das in Kenntnis gesetzte Landesamt für Archäologie auf die Spuren des Silberbergbaus im Umfeld von Dippoldiswalde gestoßen. So konnte Dr. Hemker über die seit 2008 vom Landesamt durchgeführten baubegleitenden Untersuchungen in einem bislang für das hohe Mittelalter in Sachsen vollkommen unbekannten Silberbergbaugebiet in Dippoldiswalde berichten. Da der Abbau mangels hoher Ergiebigkeit deutlich kürzer währte als etwa im Bereich Freiberg und die Anlagen über Jahrhunderte in völlige Vergessenheit geraten waren, fand man nunmehr authentische mittelalterliche Anlagen wie an keinem anderen Ort. Die zahlreichen organischen Funde, vor allem Verbau- und technische Hölzer, seien in einem hervorragenden Erhaltungszustand vorgefunden worden und ließen sich dendrochronologisch sehr gut auf den Zeitraum vom Ende des 12. Jahrhunderts bis in das 13. Jahrhundert hinein datieren. Zu den spektakulärsten Funden gehörten neben Kleinfunden wie Seil- und Lederresten sowie Keramikfragmenten insbesondere gut erhaltene Teile mehrerer Sprossenfahrten (Leitern) sowie eine Seilwinde (Haspel).

Vortrag «Die Naturausstattung der Eigentumsflächen des Landesvereins im Osterzgebirge»

In seinem außerordentlich faktenreichen und wissenschaftlich fundierten Vortrag stellte Mike Hölzel als Gebietsbetreuer, vor allem aber als Diplom-Biologe an der Fakultät Landbau/Umwelt/ Chemie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD), die ungewöhnlich reichhaltige Naturausstattung der Flächen im Osterzgebirge vor, die 24 % der insgesamt im Eigentum des Landesvereins befindlichen Naturschutzflächen ausmachen. Zusammenfassend unterstrich er als Stärken und Chancen die hervorragende Naturausstattung, den umfassenden Flächenschutz, die motivierten und aktiven Akteure (Bewirtschafter, Jagd, Ehrenamt, Landesverein), die umfassende Forschungstätigkeit durch zahlreiche Projekte und Kooperationen sowie eine interessierte Bevölkerung (Wanderer, Bildungsarbeit). Gleichzeitig gebe es aber auch Schwächen und Risiken sowie die damit verbundenen Herausforderungen. Zu diesen gehörten Defizite beziehungsweise Probleme bei Bewirtschaftung, Wildregulierung und Artenschutz und die mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen, etwa eine veränderte Förderpolitik. Nicht zuletzt komme es immer wieder zu Kommunikationsdefiziten zwischen den Akteuren und dem Landesverein als Eigentümer. Wissensdefizite und Ignoranz gegenüber Naturschutzbelangen, bisweilen auch naturschutzfeindliche Strömungen in Bevölkerung und Politik, machten die Aufgabe nicht leichter. Er schloss mit dem Plädoyer: Wir haben es in der Hand, die Naturausstattung der Eigentumsflächen des Landesvereins nachhaltig zu schützen.

Richard Neun
 
Text aus den Mitteilungen 2/2024
Fotos: Jürgen Dittrich, Freital
> Jahrestreffen in Döbeln 2023
Zur Hauptversammlung im Rahmen des Jahrestreffens begrüßte Dr. Gerhart Pasch als Versammlungsleiter die anwesenden Mitglieder sowie die Ehrengäste in der fast im Zentrum Sachsens liegenden Stadt Döbeln mit heute knapp 24 000 Einwohnern. Erstmals entschuldigen musste sich aus gesundheitlichen Gründen der Ehrenvorsitzende Matthias Griebel. Dr. Pasch bat die Versammlung um ein stilles Gedenken und verlas die Namen der 22 seit der letztjährigen Hauptversammlung verstorbenen Mitglieder. Es folgte das Grußwort des Döbelner Oberbürgermeisters Sven Liebhauser. Er erinnerte daran, dass Döbeln zu den ältesten Städten Sachsens gehört, dessen Zentrum auf einer Insel, umschlossen von der Freiberger Mulde, liegt. In der langen Stadtgeschichte kam es nicht nur zu acht Stadtbränden, sondern immer wieder auch zu schweren Hochwasserereignissen, zuletzt 2002 und 2013. Er verwies auf wichtige aktuelle Verkehrsprojekte und bevorstehende Ansiedlungen – vom Sächsischen Rechnungshof bis hin zu Karls Erdbeerland, in dessen Vorfeld archäologische Ausgrabungen mit bemerkenswerten Funden erfolgten. Nicht zuletzt entwickelte sich Döbeln auch dank eines breit gefächerten schulischen Angebotes zu einem attraktiven Wohnstandort für Familien mit Kindern.
 
Unser Vereinsmitglied Staatsminister Wolfram Günther dankte dem Landesverein für sein über 100-jahriges Engagement, allen voran in den Bereichen Denkmalpflege und Naturschutz und verwies auf die Verständigung des aktuellen Koalitionsvertrages, für diese Bereiche zusätzliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Dies solle die Arbeit in Netzwerken, das Ehrenamt vor Ort und die Gewinnung junger Menschen für diese Aufgaben stärken. Er brachte insbesondere seine Wertschätzung zum Ausdruck, dass der Landesverein in der aktuellen Diskussion klar Position als Verteidiger des Nationalparks Sächsische Schweiz beziehe. Mit der Stärkung der Nationalparkverwaltung gehe es darum, Nutzung und Schutz der einzigartigen Lebensräume noch besser auszutarieren.
 
In seinem Bericht, basierend auf den Zuarbeiten der Fachbereiche und der Geschäftsstelle, konnte der Vorsitzende, Dr. Thomas Westphalen, trotz eines leichten Rückgangs der Mitgliederzahl von 971 (Ende 2021) auf aktuell 952, auf immerhin 32 Beitritte im noch jungen Jahr 2023 verweisen. Das Eigentum, allen voran Naturschutzflächen, sei weiterhin das wichtigste Standbein des Landesvereins. Die Grundstücksverwaltung bedinge eine Vielzahl laufender Geschäfte: die Klärung von Interessenkonflikten auch mit Nachbarn, Abstimmungen mit den unteren Naturschutzbehörden, der Abschluss von Pachtverträgen, die Vorbereitung und Betreuung von Fördermittelanträgen und – in den zurückliegenden Monaten in besonders intensiver Weise – die Grundsteuererklärungen für 830 Flurstücke. Im Bereich der Teichwirtschaften sei es das Grundanliegen des Landesvereins, diese Kulturlandschaft zu erhalten und gemeinsam mit den Pächtern eine nachhaltige und naturschutzkonforme Bewirtschaftung zu erreichen. Zielkonflikte bleiben auch hier nicht aus. So durchlöchern Bibererdbaue die Teichdämme mancherorts wie Schweizer Käse. Positives gab es vom Dammmühlenteich zu berichten: Der Fördermittelbescheid über 186717 Euro ist im April eingegangen und dient dazu, Entwässerungsgraben von 8 km Länge zu verfüllen. Einen Beitrag zum Erhalt des Botanischen Gartens in Schellerhau leistet der Landesverein durch eine Zwischenfinanzierung des Anzuchtprogramms für die seltenen Blumenarten Arnika, Trollblume, Sächsischen Fransen- Enzian und Karpaten-Enzian. Dr. Westphalen unterstrich, dass die Kenntlichmachung des Eigentums vor Ort auch ein wichtiger Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit des Vereins ist.
 
Als anerkannter Naturschutzverband wurde der Landesverein 2022 an 694 Verfahren beteiligt, zu denen er in 145 Fällen Stellungnahmen abgab, darunter zum Zielabweichungsverfahren Wiedemar (siehe Mitteilungen 3/2022). Mittlerweile wurde das umstrittene Projekt, wenn auch unter Auflagen, genehmigt. Gegen den geplanten Industriepark Oberelbe (IPO) hat sich der Verein angesichts der Auswirkungen auf den Barockgarten Großsedlitz nicht nur in einer entsprechenden Stellungnahme, sondern auch auf einer Reihe von Veranstaltungen klar positioniert. Der Fachbereich Naturschutz ist darüber hinaus mit folgenden Positionspapieren und weiteren Stellungnahmen aktiv geworden: ≪Erneuerbare Energien im Spannungsfeld von Natur und Landschaft ≫, zum Nationalpark Sächsische Schweiz, zur Weltbiodiversitätskonferenz in Montreal mit dem Papier ≪Hoffnung für den Artenschutz!≫ sowie zur drohenden Schließung des Jugend-Öko-Hauses Dresden, die vorerst abgewendet werden konnte, jedoch müssen sich die Betreiber wohl nach einem neuen Domizil umschauen.
 
Auch im Fachbereich Denkmalschutz konnte auf eine Vielzahl von Aktivitäten verwiesen werden, allen voran auf die später noch gesondert dargestellte Arbeit für das ≪Denkmalnetz Sachsen≫. Genannt seien die AG Industriekultur, die am 26. August 2023 im Schloss Krobnitz (Reichenbach/ Oberlausitz) eine Tagung mit einem Markt der Akteure im Rahmen des ≪Lebendigen Netzwerkes der Industriekultur im Ehrenamt≫ durchführen wird. Die Mitglieder der AG Dorfentwicklung wirken ebenfalls im Denkmalnetz mit. Die Bauberatungsstellen in Helbisgdorf, Rothenfurt und Massanei (bei Waldheim) leisteten wertvolle Beiträge zum denkmalgerechten Erhalt historischer Bausubstanz. Der Verein zur Förderung der ländlichen Baukultur in Sachsens Mitte unterhält unter anderem ein Bauteilarchiv. Vor allem aber konnte er im vergangenen Jahr eines der ältesten Häuser Altenbergs vor dem Abriss retten, indem er es qualifiziert abgebaut und für einen späteren Wiederaufbau in einem Freilichtmuseum eingelagert hat (siehe Mitteilungen 3/2022). Mit einem Dank an Rudolf Schröder und die von ihm geprägte Ära wurde auf die drei Parkseminare in diesem Jahr verwiesen, zwei von ihnen, im Oktober in Kromlau und in Thürmsdorf, stehen noch bevor. Der Landesverein war im Juni 2022 gemeinsam mit dem Bund Heimat und Umwelt Veranstalter des 3. Deutschen Forums Immaterielles Kulturerbe in Chemnitz, das sich mit dem Erbe aus der Industriekultur befasste; er war in Leipzig an der bundesweiten Eröffnung des Tages des offenen Denkmals beteiligt und selbstverständlich auch auf der Denkmal-Messe im November 2022 mit einem Stand vertreten. Im November 2022 wurde der Sächsische Landespreis für Heimatforschung vergeben; vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus ist der Landesverein auch 2023 mit der Durchführung des Wettbewerbs betraut. Im November 2022 war der Landesverein Mitveranstalter des Gustav-Adolf-Kuhfahl-Symposiums. Anlässlich des 150. Geburtstages des Alpinisten ging es um seine Forschungen zu Kursächsischen Postmeilensäulen und die Dokumentation der Steinkreuze. Im Dezember 2022 wurde beim 11. Sächsischen Heimattag Band 83 der Reihe ≪Landschaften in Deutschland≫ vorgestellt, er trägt den Titel ≪Zwischen Lommatzsch und Wilsdruff≫. An der Babisnauer Pappel wurden Pflegemaßnahmen durchgeführt und das sanierte Gerüst im Juli 2022 eröffnet.
 
Die Fachgruppe Geologie – Mineralogie – Paläontologie widmete sich 2022 unter anderem dem 800-jahrigen Jubiläum des Silberbergbaus in Scharfenberg. Den ausführlichen Finanzbericht mit dem Jahresabschluss für 2022 gab gewohnt professionell Klaus Rüdiger ab; den Ausblick auf das Budget 2023 gewährte der Schatzmeister Ron Schmiedel (siehe Seiten 76/77). Er führte aus, dass sich der Landesverein aus finanztechnischen Gründen künftig bei mehrtägigen Studienreisen eines Reiseveranstalters bedienen werde. Er bat die Mitglieder ferner, den Mitgliedsbeitrag möglichst über das Abbuchungsverfahren zu entrichten. Die anschließende Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig bei Enthaltung der Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes. Im weiteren Verlauf der Hauptversammlung berichteten Sara Lamowski für den Landesverein und Ingo Fischer für die Leipziger Denkmalstiftung über die Arbeit des Denkmalnetzes. Bilden, Weiterbilden, Beraten und Vernetzen sei dabei die Devise. Das Spektrum reiche vom Denkmalrecht bis zum Aufzeigen von Fördermöglichkeiten und der Zusammenarbeit unter anderem mit Bauberatungsstellen, der Handwerkskammer Sachsen, der Architektenkammer Sachsen, der Stiftung Umgebindehaus, Konglomerat e.V., Wissensvermittlung in der Denkmalpflege e.V. und der DenkmalWiese!.
 
Nach der Mittagspause war der Entwurf der Satzungsänderung zu behandeln. Wie Dr. Dieter Herz zur Genese des Entwurfs einleitend darlegte, hatte der geschäftsführende Vorstand, einem Auftrag der Hauptversammlung folgend, eine Arbeitsgruppe zur Satzungsänderung gebildet. Ihr gehörten an: Barbara Ditze, Prof. Dr. Hans-Jürgen Hardtke, Dr. Alexander Harter, Dr. Dieter Herz, Dr. Hans-Joachim Jäger, René Misterek, Klaus Rüdiger, Dr. Thomas Westphalen und Susanna Sommer. Die AG traf sich zu insgesamt sieben Sitzungen, in denen eingehende Hinweise der Mitglieder in die Arbeit einflossen. Nach der einstimmigen Billigung des vorgelegten Entwurfs durch den geschäftsführenden Vorstand wurde der Text dem Gesamtvorstand vorgelegt, der ihm bei einer Enthaltung (ohne Gegenstimme) ebenfalls zustimmte. Seitens des Finanzamtes und des zuständigen Registergerichts gab es im Rahmen einer Vorprüfung keine Beanstandungen des Entwurfs. Der Text, führte Herz aus, sei allen Mitgliedern zusammen mit der Einladung zur Hauptversammlung mit Heft 3/2022 der Mitteilungen zugegangen. René Misterek stellte anschließend die wesentlichen Änderungen im Satzungsentwurf vor und begründete für die Arbeitsgruppe insbesondere auch den Stellenwert der Präambel, mit der eine Anknüpfung an die Gründungsideale von 1908 erfolge und zugleich mit dem Bekenntnis zu den Grundrechten und Prinzipien, wie sie im Grundgesetz festgelegt sind, die Zukunftsfähigkeit gesichert werde. Damit werde keine parteipolitische Positionierung vorgenommen, vielmehr wirke dieses Bekenntnis bestimmten Diffamierungen mit Blick auf den historischen Namen des Landesvereins entgegen. Diese zweifelsfreie Positionierung sei auch für die Zusammenarbeit mit Partnern – bis hin zu privater und öffentlicher finanzieller Unterstützung – wichtig. Weitere Änderungen in der Satzung betreffen die detailliertere Benennung der Arbeitsbereiche des Landesvereins (§ 2), juristisch eindeutige Formulierungen hinsichtlich der Mitgliedschaft sowie der Bezug zur Präambel in § 3. Ausgehend von den Erfahrungen der Corona-Pandemie sieht der Satzungsentwurf vor, dass verschiedene Gremien auch eine Kombination von Präsenzversammlung und virtueller Versammlung realisieren können. In § 8 soll die Amtszeit der Vorstandsmitglieder von zwei auf vier Jahre erhöht werden. In § 12 erfolgten mit Blick auf das Vereinsrecht Anpassungen hinsichtlich der Haftung des Gesamtvorstandes. Und in § 13 werden Fragen des Datenschutzes im Einklang mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung geregelt. In der Aussprache gibt es einzelne Stimmen, die sich für eine Streichung der Präambel aussprechen. Diesen wird aus der Mitte der Versammlung entgegnet, dass die Präambel keine Anbiederung an den politischen Mainstream, sondern vielmehr notwendig sei, auch um bei grundsätzlich Interessierten, gerade auch in der jüngeren Generation, Vorbehalte mit Blick auf den Vereinsnamen begegnen zu können. In der Aussprache wurden auch weitere Aspekte der Satzungsänderung aufgegriffen und diskutiert. Die Vorschläge flossen in folgenden Formulierungen in die Abstimmung zur Satzung: – Der Satzung wird die Bemerkung hinzugefugt, dass das verwendete generische Maskulinum ausdrücklich alle Geschlechter einschließt. – Zu § 7 Abs. (3) wird geschrieben, dass die Hauptversammlung grundsätzlich als Präsenzversammlung durchgeführt wird. Eine rein virtuelle oder eine hybride Versammlung soll nur im begründeten Ausnahmefall möglich sein. – Bei explizitem Bezug auf den Namen des Vereins – und nur dort – sollte der Name mit Anführungszeichen versehen werden (zum Beispiel: Er führt den Namen ≪Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.≫). Die anschließend erfolgte Abstimmung hatte folgendes Ergebnis: 64 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und 20 Enthaltungen. Damit war die für die Satzungsänderung notwendige Zweidrittelmehrheit erreicht.
 
Dr. Thomas Westphalen bedankte sich für die Diskussion, wünschte einen schönen Fortgang des Jahrestreffens und lud zum nächsten Jahrestreffen vom 3. bis 5. Mai 2024 nach Dippoldiswalde ein.
 
Richard Neun
Text aus den Mitteilungen 2/2023
Foto: Jean-Pierre Kunath
> Jahrestreffen in Carlsfeld/Eibenstock 2022

Tagungssaal Carlsfeld außenTagungssaal Carlsfeld innen

Nach zwei von der Corona-Pandemie gekennzeichneten Jahren konnte das Jahrestreffen 2022 endlich wieder planmäßig Anfang Mai stattfinden. So fanden sich zur Hauptversammlung mit Neuwahl des Gesamtvorstandes am 7. Mai 2022 im «Bürgerhaus Grüner Baum» im Eibenstocker Ortsteil Carlsfeld, ganz im Südwesten des Erzgebirgskreises gelegen, 128 Teilnehmer, darunter 96 Mitglieder des Landesvereins, ein. Das Wetter gab sich ausgesprochen gnädig, so dass der etwa 850 m über dem Meeresspiegel gelegene Ort an diesem Wochenende fast vergessen ließ, als «Sibirien Sachsens» zu gelten. Freilich versäumte der stellvertretende Vorsitzende Dr. Gerhart Pasch in seinen einführenden Worten als Versammlungsleiter nicht, auf die klimatischen Besonderheiten des Tagungsortes einzugehen.

Zunächst aber begrüßte er die Teilnehmer, allen voran den gastgebenden Bürgermeister der Bergstadt Eibenstock, Uwe Staab, Dr. Andrea Geldmacher von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, den Ehrenvorsitzenden Matthias Griebel sowie die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke und Dr. Hans-Joachim Jäger. Zugleich bedankte er sich für die gute Unterstützung durch die Stadt Eibenstock, insbesondere die Mitarbeiter des Tourist- Service-Centers, allen voran Susanne Schelsinger, und durch den Ortsvorsteher von Carlsfeld, Christoph Beetz. Bürgermeister Staab skizzierte die Entwicklung Eibenstocks mit seinen heute neun Ortsteilen, darunter seit 1997 auch Carlsfeld, als eine der flächengrößten Gemeinden des Erzgebirgskreises. Er würdigte das umfangreiche Aufgabengebiet des Landesvereins und skizzierte die Aktivitäten der Stadt im Bereich des Denkmalschutzes, informierte über die der Heimatgeschichte gewidmete Buchreihe «Am Auersberg – Schriften zur Geschichte», deren 13. Band gerade erschien, und das seit 25 Jahren erscheinende «Jahrbuch Eibenstock ». Drei auf dem Gebiet der Gemeinde liegende Trinkwassertalsperren, darunter mit der Talsperre Eibenstock die größte in Sachsen, seien für die Stadt ebenso prägend wie die Tatsache, dass 80%der Fläche der insgesamt 7600 Einwohner zählenden Bergstadt mit Wald bestockt seien. Dies bedingt sehr viele Schutzgebiete auf dem Gebiet der Gemeinde, was etwa die Anlage eines Radweges im Wald erschwere, da bei der Inanspruchnahme von zwei Hektar Wald für diesen Weg sechs Hektar Wald als Ausgleichsmaßnahme zu pflanzen seien. Er plädierte dafür, bei den konkreten Auflagen für grundsätzlich nachvollziehbare Ausgleichsmaßnahmen die örtlichen Gegebenheiten, wie den bereits sehr hohen Waldanteil, besser zu berücksichtigen.

Dr. Gerhart Pasch gab einen kurzen Einblick in die Geschichte Carlsfelds, dessen Entstehung 1677 auf den Adeligen Veit Hans Schnorr von Carolsfeld zurückgeht. Dass das «Tango-Instrument» Bandonion ursprünglich aus Carlsfeld nach Argentinien exportiert und im 18. Jahrhundert das beste Kaolin Deutschlands hier gefördert und nach Meißen geliefert wurde, waren für die meisten Teilnehmer neue Erkenntnisse. Der Vorsitzende Dr. Thomas Westphalen, verlas einen Brief des in Düsseldorf lebenden Nachfahren des Gründers von Carolsfeld, Hartmut Schnorr von Carolsfeld, der seit der Wiedervereinigung die historischen Wurzeln seiner Familie vor Ort pflegt, auch wenn er aus terminlichen Gründen um Verständnis bitten musste, nicht am Jahrestreffen des Landesvereins teilnehmen zu können. Im Anschluss gedachten die Teilnehmer der seit der letzten Hauptversammlung verstorbenen Mitglieder.

Den Bericht des Vorstandes gab, basierend auf Zuarbeiten der Fachbereiche, der Regionalgruppen und der Geschäftsstelle, Dr. Thomas Westphalen ab. Mit aktuell 971 Mitgliedern sei eine leicht rückläufige Mitgliederentwicklung zu konstatieren, die allerdings auch auf statistische Bereinigungen zurückzuführen sei. Der Vorsitzende bekannte sich dazu, dass der Landesverein nicht unpolitisch sein könne, denn mit allen Stellungnahmen nehme der Verein aktiv am gesellschaftlichen Leben und politischen Diskurs teil. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Erklärung des Landesvereins von Annaberg-Buchholz aus dem Jahr 2005, auf die Dresdner Erklärung aus dem Jahr 2015 sowie auf das unmittelbar vor der Veröffentlichung stehende Positionspapier «Erneuerbare Energien im Spannungsfeld von Natur und Landschaft», für dessen Erarbeitung er Dr. Olaf Bastian, Professor Dr. Karl Mannsfeld und Dr. Korinna Thiem dankte. Er informierte, dass der Landesverein von Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke in der Landesmedien-anstalt und von Dr. Gerhart Pasch im Rundfunkrat des MDR vertreten werde – dies nur einige der Gremien, in denen der Verein vertreten ist.

Aus dem Fachbereich Naturschutz akzentuierte er angesichts der Rolle des Landesvereins als Waldbesitzer den Stellenwert des Waldumbaus, zu dem auch über bestehende Förderbedingungen eine entsprechende Verpflichtung bestehe. Die gutachterliche Tätigkeit des Landesvereins als anerkannter Naturschutzverband ruhe weiterhin wesentlich auf den Schultern von Dr. Korinna Thiem. Die dem Landesverein gehörenden Naturschutzflächen stellten in der täglichen Praxis immer wieder Herausforderungen dar, insbesondere dann, wenn von Dritten und Nachbarn naturschutzrechtliche Verstöße, illegale Befahrungen und sogar Diebstahlsdelikte auf Flächen des Vereins zu beklagen seien. Aber auch die Verkehrssicherungspflicht binde auf den Flächen Kräfte. Am Beispiel der Lausitzer Seenland gGmbH, deren Mit-Gesellschafter der Landesverein ist, skizzierte er Abwägungen und notwendige Maßnahmen im Umgang mit Sukzessionslandschaften. Bei allen Herausforderungen gebe es auch viel Positives: Sei es die Mitwirkung bei konstruktiven Lösungen in der Abwägung zwischen Naturschutz einerseits sowie land- und forstwirtschaftlicher Nutzung andererseits oder auch die erfreuliche Tatsache, dass im Februar 2022 im NSG «Niederspree und Kleine Heide Hänichen» erstmals die Existenz eines Goldschakals nachgewiesen werden konnte. Sowohl unter Gesichtspunkten des Natur- und Landschaftsschutzes als auch des Denkmalschutzes habe sich der Landesverein klar gegen den IndustrieParkOberelbe positioniert. Ein entsprechendes Rollup trug dem während der Hauptversammlung prominent Rechnung.

Der Fachbereich Heimatgeschichte/Denkmalschutz ist unter anderem weiterhin mit der Sanierung des Ackerbürgerhauses in Sebnitz befasst. Im Dezember 2022 wird der 11. Sächsische Heimattag zur «Lommatzscher Pflege» in Lommatzsch stattfinden. Im Zentrum der aktuellen Arbeit steht das Projekt Denkmalnetz Sachsen. Mehr dazu weiter unten in diesem Beitrag sowie auf allen mit «Denkmalnetz » gekennzeichneten Seiten des Heftes. Die AG Industriekultur organisierte trotz der Pandemie eine Vielzahl von Exkursionen und Besichtigungen; auch die Fachgruppe Geologie – Mineralogie – Paläontologie konnte im Herbst 2021 drei Exkursionen mit Jürgen Dittrich realisieren. Regionale Heimattage fanden im Frühjahr unter Beteiligung des Landesvereins im Wilsdruffer Land und im Vogtland (Plauen) statt. Nicht zuletzt wurde die Arbeit der Regionalgruppen mit ganz unterschiedlichen Aktivitäten gewürdigt – seien es die Wege- und Pflegearbeiten der Regionalgruppe «Goldene Höhe» oder der coronagerecht durchgeführte «Kunstmarkt Langebrück» im Oktober 2021 mit über 1000 Besuchern. Dr. Thomas Westphalen unterstrich den Stellenwert der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um eine breitere Öffentlichkeit über die Themen und das Engagement des Landesvereins zu informieren. Sein Credo: «Pressearbeit lohnt sich!»

Gewohnt informativ mit vielen Graphiken und Übersichten stellte Steuerprüfer Klaus Rüdiger den Finanzbericht zum Jahresabschluss 2021 in den verschiedenen Sparten vom ideellen Bereich über den Zweckbetrieb bis zum Vermögenshaushalt vor. Er ging dabei auch auf steuerliche Besonderheiten im Kontext der angesichts der Pandemie veränderten Regelungen zur Mehrwertsteuer ein. Schatzmeister Ron Schmiedel stellte den Haushaltsplan 2022 vor. Nach wie vor sind die Mitgliedsbeiträge eine wesentliche Einnahme. Ansteigend seien die Zuschüsse an den Verein, was sich mit dem Projekt Denkmalnetz erkläre. Die Kassenprüferinnen Ilona Schroeter und Mildret Wengler wiesen zwar darauf hin, dass sie nicht jeden einzelnen Beleg prüfen konnten, bestätigten aber die Plausibilität der Ausführungen von Steuerprüfer Klaus Rüdiger. In der Aussprache wurden lediglich Aspekte der Entwicklung der Holzpreise – für den Landesverein als Waldbesitzer ein relevanter Faktor – kurz thematisiert. Im Anschluss wurde der Vorstand mit großer Mehrheit bei fünf Enthaltungen ohne Gegenstimmen entlastet. Der ursprünglich vorgesehene Tagesordnungspunkt zur Satzungsänderung entfiel mit Blick auf eine umfangreichere Arbeit an der Satzung, über die in der Jahresversammlung im kommenden Jahr zu entscheiden sein wird.

Noch vor den Wahlen standen mehrere Ehrungen an: So wurden die beiden ausscheidenden Rechnungsprüferinnen mit der Ehrennadel des Landesvereins gewürdigt. Für sein 50-jähriges Engagement für die Erhaltung und Gestaltung von Garten- und Parkanlagen sowie seine legendären Parkseminare wurde Rudolf Schröder, Jahrgang 1933, zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Seit 1972 hat er den Vorsitz der Fachgruppe Botanik und Gartenkultur des Kulturbundes inne. Im Jahr 1990 dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz mit der Fachgruppe beizutreten, sei für ihn logisch und selbstverständlich gewesen, betonte der Geehrte in seiner Dankesansprache. Er hoffe, dass sich ein Nachfolger für die bislang von ihm wahrgenommenen Aufgaben im Bereich der Parkpflege finden möge. Die Ehrennadel des Landesvereins wurde von Dr. Hans-Joachim Jäger sodann an Dr. Petra Westphalen verliehen – und zwar für ihr Engagement in der AG Industriekultur, deren 50. Arbeitssitzung im Februar stattfand, sowie für die Organisation des «Langebrücker Kunstmarkts». In den neuen Gesamtvorstand wurden alle 32 Kandidatinnen und Kandidaten gewählt. Zum Abschluss der Hauptversammlung lud Dr. Gerhart Pasch zum Jahrestreffen 2023 (vom 5. bis 7. Mai) nach Döbeln ein.

Den Bericht zum Jahrestreffen finden Sie im Heft 2/2022 der Mitteilungen.

> Jahrestreffen in Bad Muskau 2021

Bericht von der Jahreshauptversammlung

Blick auf den Park Bad Muskau Am Wochenende von 23. bis 25. Juli 2021 kamen Mitglieder des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz zum Jahrestreffen 2021 in Bad Muskau zusammen. Die Hauptversammlung tagte am Sonnabend im wunderbar wiederhergestellten Schloss. Die Hauptversammlung wurde begleitet vom Präsidenten des Sächsischen Landtags Dr. Matthias Rößler und dem Staatsminister Wolfram Günther (Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft) – beide sind Mitglieder des Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.

Es wurde über die Arbeit im zurückliegendem Jahr berichtet und Vorhaben für die Zukunft vorgestellt, dazu gehören Projekte in der Lommatzscher Pflege, Themen wie „Landschaftswandel und Landnutzung in Sachsen“ – dazu wird am 18. September 2021 in Malschwitz eine Tagung stattfinden, Vorhaben in der Denkmalpflege wie die Mitwirkung bei einem Denkmalnetz für Sachsen oder bei den Vorbereitungen für ein Freilichtmuseum in Sachsens Mitte (nahe Wilsdruff), Projekte im Naturschutz – hier besonders Vorhaben die die eigenen Flächen an Naturschutzgebieten zum Beispiel im Osterzgebirge, in der Großenhainer Pflege und in der Lausitz betreffen. Am Nachmittag folgten zwei hochinteressante Vorträge: „An der Spree und Lausitzer Neiße: ein deutsch-polnisches Projekt ′1000 Jahre Oberlausitz′ und seine vorläufigen Ergebnisse“ und „Naturschutz im Lausitzer Seenland“.

Insgesamt waren am Wochenende über 130 Teilnehmer mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz unterwegs.

Tagebau Nochten

Die Exkursionen am Freitag, Sonnabendnachmittag und am Sonntag führten in den Schlosspark Bad Muskau, in den Rhododendronpark Kromlau, in den Berg-und Badepark Bad Muskau, in das Glasmuseum von Weißwasser sowie in das Lausitzer Seenland und zu archäologischen Ausgrabungen an der Tagebaukante von Kromlauer ParkNochten sowie in den Pücklerpark von Branitz und in den Brühlschen Park von Brody (Pförten). Brody ist ein Ort in der östlichen Niederlausitz im Powiat Żarski der Woiwodschaft Lebus in Polen.
 
 
 
 
 
Die Fotos stammen von Jürgen Dittrich, Freital und Bettina Kempe-Gebert, Dresden.
 
  • Vom Bergpark hat man schöne Ausblicke auf Schloss und Schlosspark Muskau
  • Im Kromlauer Park
  • Im Tagebau Nochten rückt der Bagger den Archäologen immer näher

 

2019     Belgern im Schützenhaus (Mitteilungen im Doppelheft 2 und 3/2019 )

2018     Borna im Stadtkulturhaus (Mitteilungen 2/2018)

2017     Cunewalde in der Blauen Kugel (Mitteilungen 2/2017)

2016     Oschatz im Thomas-Müntzer-Haus (Mitteilungen 2/2016)

2015     Schwarzenberg im Lindenhof (Mitteilungen 2/2015)

2014     Pulsnitz im Schützenhaus (Mitteilungen 2/2014)

2013     Reichenbach/Vogtland im Neuberinhaus (Mitteilungen 2/2013)

2012     Niesky im Bürgerhaus   (Mitteilungen 2/2012)

2011     Delitzsch im Bürgerhaus (Mitteilungen 2/2011)

2010     Crimmitschau im Theater (Mitteilungen 2/2010)

2009     Seiffen im Haus des Gastes (Mitteilungen 2/2009, S. 72-78)

2008     Dresden im Ball- & Brauhaus Watzke (Mitteilungen 2/2008 S. 3 ff.)

2007     Pirna in der Herderhalle (Mitteilungen 2/2007)

2006     Leisnig im Schützenhaus (Mitteilungen 2/2006)

2005     Annaberg-Buchholz im Erzhammer (Mitteilungen 2/2005 S. 67 ff.)

2004     Großenhain im Kulturhaus Schloss (Mitteilungen 2/2004 S. 60 ff.)

2003     Sebnitz in der Stadthalle (Mitteilungen 2/2003 S. 66 ff.)

2002     Ostritz im Internationales Begegnungszentrum Kloster St. Marienthal (Mitteilungen 2/2002 S. 2 ff.)

2001     Freiberg im Festsaal der Stadt Freiberg (Mitteilungen 2/2001 S. 63 ff.)

2000     Grimma-Nimbschen in der Kulturscheune Kloster Nimbschen (Mitteilungen 2/2000 S. 77 ff.)

1999     Zwickau in der Katharinenkirche (Mitteilungen 2/1999 S. 79 ff.)

1998     Meißen im Stadttheater (Mitteilungen 3/1998 S. 2 ff.)

1997     Hoyerswerda in er Lausitzhalle (Mitteilungen 3/1997 S. 3 ff.)

1996     Plauen im Malzhaus (Mitteilungen 2/1996 S. 58 ff.)

1995     Rochlitz in der Petrikirche (Mitteilungen 2/1995 S. 77 ff.)

1994     Kamenz im Hotel Dresdner Hof (Mitteilungen 3/1994 S. 79 ff.)

1993     Torgau IM Kulturhaus Rosa Luxemburg (Mitteilungen 2/1993 S. 75 ff.)

1992     Augustusburg im Schloss Augustusburg (Mitteilungen 2/1992 S. 65 ff.)

1991     Weesenstein im Schloss Weesenstein (Mitteilungen 2/1991 S. 3 ff.)

1990     Dresden in der Tonne des Kurländer Palais