Busexkursion 17: Burgen, Wallanlagen und Geologisches entlang der Döllnitz zwischen Riesa, Mügeln und Mutzschen

Diese Exkursion ist ausgebucht!

Heute fällt es schwer sich vorzustellen, dass die fruchtbare Landschaft zwischen Mulde und Elbe vor 1000 Jahren einer der Brennpunkte mitteleuropäischer Geschichte war. Thietmar von Merseburg und Cosmas von Prag schildern Ereignisse, die als Polen- und Sachsenkriege bzw. Investiturstreit in die Geschichtsbücher eingegangen sind. Wir wollen, der Döllnitz und dem Mutzschener Wasser folgend, heute namenlose Burgen z. B. bei Baderitz und Köllmichen, die vorchristliche Religion und slawisch/mittelalterliche ländliche Besiedlung bei Göttwitz sowie zeitgleiche Mühlsteinherstellung in Sornzig kennenlernen. Mügeln und die spärlichen Reste des Klosters Marienthal führen uns zu einem (fast) vergessenen Mittelpunkt der Markgrafschaft Meissen. Daran anknüpfend schauen wir auf die bewegte geologische Vergangenheit, die seit etwa 290 Mio. Jahren durch Vulkanismus, tropische Verwitterung und eiszeitliche Staubstürme geprägt wurde, bevor schließlich der Mensch sich die Ressourcen der Landschaft zu Eigen machte, wie archäologische Untersuchungen der letzten Jahre eindrucksvoll zeigten. Erdgeschichtlich wichtige Gesteine sind im Exkursionsgebiet weitgehend durch die jüngsten eiszeitlichen und nacheiszeitlichen Ablagerungen verhüllt. An der Oberfläche finden wir daher neben den Gesteinen der glazialen Serie (Kiese, Sande, Tone und Geschiebemergel) besonders die durch Auswehung aus den Inlandeismassen bedingten Lößablagerungen. Auf den Reußener Bergen nördlich des Döllnitztales können wir uns dazu einen landschaftlichen Überblick verschaffen. Entlang der Döllnitz erwarten uns aber auch sehr alte Gesteine (z. B. altpaläozoische Schiefer bei Canitz). In Altoschatz können wir säulig ausgebildeten Quarzporphyr begutachten. Weiter südwestlich treten die mit der variszischen Gebirgsbildung ebenfalls in Zusammenhang stehenden vulkanischen Gesteine des Rochlitzer Quarzporphyrkomplexes auf. Durch krasse Klimaänderungen von der Kreidezeit bis zum Tertiär, verbunden mit intensiver Verwitterung, erfolgte teilweise eine tiefgründige Zersetzung feldspatreicher Gesteine. Bei Kemmlitz wollen wir daher die Kaolinwerke besichtigen, die besonders für die keramische Industrie wichtiger Rohstofflieferant sind. Am Grauschwitzbach südlich von Mügeln erwarten uns noch die Reste alte Kalkwerke und -brüche, die den Plattendolomit des Zechsteins genutzt haben.


Exkursionsleitung: Dr. Thomas Westphalen, Jürgen Dittrich
Abfahrt: 8.00 Uhr Dresden Hbf., Bayrische Str.
Ankunft: zwischen 19.00 und 20.00 Uhr

Unkostenbeitrag:
Für Mitglieder, Schüler, Studenten 30,00 €
für Nichtmitglieder 35,00 €
Enthalten sind Kosten für Busfahrt, Eintritte, Führungen. Es besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen.
Die Teilnahme an der Exkursion ist nur bei Erscheinen mit festem Schuhwerk und wetterfester Kleidung möglich!

Hier können Sie das Programm der Heimatkundlichen Busexkursionen 2017 und das Anmeldeformular ansehen.

 

Zurück

Mitmachen

Über unsere interaktive Karte finden Sie unsere Orts- und Regionalgruppen in Ihrer Nähe. Hier können Sie sich einbringen.