7 Nordböhmen – Böhmisches Niederland

Diese Exkursion ist ausgebucht!
Unser Reiseziel ist der nördlichste Teil der Tschechischen Republik, das Böhmische Niederland, auch Schluckenauer Zipfel genannt. Diese Landschaft liegt zwischen Sebnitz und Zittau, ist an drei Seiten von sächsischem Territorium umgeben – gehört aber zu Böhmen. Es ist eine Gebirgslandschaft in Fortsetzung des Zittauer Gebirges. Insofern versteht man den Begriff „Böhmisches Niederland" nur, wenn man vom noch höher gelegenen Mittelböhmen den Blick nach Norden richtet. Zahlreiche historische Beziehungen verknüpfen jene Landschaft mit Meißen und Umgebung. Das Gebiet gehörte kirchlich zum Bistum Meißen. 1481 gelangte die Herrschaft Tollenstein, die
weite Teile des Böhmischen Niederlands umfasste, an die meißnische Adelsfamilie von Schleinitz. Sie verlegte den Herrschaftsmittelpunkt von der einsam gelegenen Burg Tollenstein (Tolštejn) nach Schluckenau (Šluknov). In der dortigen Pfarrkirche erinnert ein Grabdenkmal an den Meißner Dompropst Ernst von Schleinitz. Georg von Schleinitz gründete die Bergstadt St. Georgenthal (Jiřetín pod Jedlovou). Ausgehend von Sachsen, setzte sich im „Schleinitzer Ländchen" Nordböhmens die Reformation durch. Das „Böhmische Niederland" war seit dem 17. Jahrhundert gravierenden Veränderungen ausgesetzt, die kulturelle Spuren hinterlassen haben. Zu nennen ist zunächst die Gegenreformation ab 1621, bei der das Gebiet vollständig zum römisch-katholischen Glauben zurückgeführt wurde. Die Fürsten von Liechtenstein und die Grafen von Salm-Reifferscheidt stifteten Wallfahrtsstätten und Pfarrkirchen, die als ein „Bollwerk" römisch-katholischer Frömmigkeit das Luthertum Sachsens abwehren sollten. Bis 1945 war das Böhmische Niederland katholisch geprägt, was man noch heute sehen kann. Die Altkatholiken (ihre Kathedrale stand in Warnsdorf) und die Lutheraner bildeten kleine Minderheiten. Weiterhin ist die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert hervorzuheben, die dazu führte, dass sich die Dörfer und Kleinstädte zu Industriegemeinden entwickelten. Die Einwohnerzahlen nahmen zu; nahezu jeder Ort beherbergte mehrere Fabriken. In Österreich-Ungarn war das Böhmische Niederland die Region mit dem höchsten Industrialisierungsgrad. Die politischen Umbrüche im 20. Jahrhundert bildeten den nächsten Einschnitt. 1918 wurde das Gebiet gegen den Widerstand der ausschließlich deutschen Bevölkerung der Tschechoslowakischen Republik angeschlossen. 1938 begrüßten die Bewohner begeistert den Anschluss an das Deutsche Reich. Mit der Wiedererrichtung der Tschechoslowakei 1945/46 wurde die gesamte einheimische Bevölkerung vertrieben. An der Neubesiedelung hatten slowakische Roma einen großen Anteil, was zu bis heute wirkenden sozialen Problemen geführt hat.
Während unserer Tagestour durch das Böhmische Niederland besichtigen wir: das Loreto-Heiligtum in Rumburg (Rumburk) (mit dem Nachbau des Hauses der Maria aus Loreto/Italien, Kreuzgang und Heiliger Stiege), ein Denkmal von europäischer Bedeutung; das Schloss in Rumburg als Erinnerungsort an die Herrschaft der Fürsten von Liechtenstein in Nordböhmen; den Kreuzweg am Kreuzberg in St. Georgenthal, (Jiřetín pod Jedlovou), ein landschaftsprägendes religiöses Denkmal; die Burgruine Tollenstein (Tolštejn); das Schloss Schluckenau (Šluknov), ein Baudenkmal sächsischer Renaissance, verbunden mit der Geschichte der Familie von Schleinitz; die Schlossruine in Hainspach (Lipová) der Grafen von Salm-Reifferscheidt; die barocke Pfarrkirche in Nixdorf (Mikulášovice)
 
Exkursionsleitung: Dr. Matthias Donath
Abfahrt: 8.00 Uhr, Dresden-Hbf., Bayrische Str.
Ankunft: ca. 19.30 Uhr
Unkostenbeitrag:
für Mitglieder, Schüler, Studenten: 40,00 €
für Nichtmitglieder: 45,00 €
 
Enthalten sind die Kosten für Busfahrt, Eintritte und Führungen.
Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen. Das Essen ist nicht im Reisepreis enthalten.
Ein gültiger Pass oder Personalausweis ist mitzubringen.
Wir müssen darauf hinweisen, dass die Reise eine gute Kondition erfordert. Denn vom Busparkplatz nahe der Burgruine Tollenstein ist mit einem Fußweg von 30 Minuten zu rechnen, bis wir das Burgrestaurant erreichen, in dem das Mittagessen vorbereitet sein wird. Der Bus kann leider nicht näher heranfahren. Der Fußweg verläuft in Höhenlage am Fuß des Berges, die letzten 300 Meter umfassen einen steilen Anstieg.
 
Hier können Sie das Programm der Heimatkundlichen Busexkursionen 2018 und das Anmeldeformular ansehen.

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