Ins Lapidarium abges​choben? Über den Umg​ang mit DDR-Denkmale​n in der Dresdner Ö​ffentlichkeit: Der F​all Kosmodemjanskaja​

Zeit: 19 Uhr
Ort: Museumscafé im Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden
Kosten: Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.
 
Information zur Veranstaltungsreihe:
Die Veranstaltung ist Bestandteil der Reihe „Unbequeme Denkmäler“ und wird in Kooperation mit dem Dresdner Geschichtsverein e.V. durchgeführt.
Sie wird von der Wilhelm-Külz-Stiftung gefördert.
Die Reihe widmet sich Denkmalentwürfen und realisierten Denkmalen, die strittig waren oder es aus heutiger Sicht sind. Die Beispiele reichen dabei vom Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges bis zu nicht realisierten Entwürfen der Gegenwart. Diskutiert werden soll über deren Potential, Nutzung und Erhaltung.
 
Flyer: Hier können Sie die PDF zur Veranstaltungsreihe ansehen.
 
Inhalt des Vortrages:
 
Carola Ilian (Künstlergruppe Pink Tank) im Gespräch mit Daniel Fischer (Experte für DDR-Baukultur), Uwe Hirschfeld (Evangelische Hochschule Dresden) und Ulrich Hübner (Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden)
 
Mit dem Umzug der 46. Oberschule – vor 1990 POS „Soja Kosmodemjanskaja“ – von der Leubnitzer Straße zum neuen Standort an der Andreas-Schubert-Straße verschwand auch ein Stück DDR-Geschichte aus dem öffentlichen Raum: Der am Schulhaus stehende Gedenkstein für die sowjetische Partisanin Soja Kosmodemjanskaja wurde im Zuge der Neugestaltung des Geländes für den Einzug eines Gymnasiums entfernt und in das städtische Lapidarium eingelagert. Hinsichtlich der künftigen Verwendung des Denkmals gibt es derzeit keine Einigkeit. Eine vom Ortsbeirat Plauen vorgeschlagene Lösung wurde von der Verwaltung verworfen. Damit ist das weitere Schicksal des Gedenksteins ungewiss.
Der „Fall Kosmodemjanskaja“ illustriert exemplarisch die Schwierigkeiten des Umganges der heutigen Stadtgesellschaft mit den Zeichensetzungen aus den Zeit des real existierenden Sozialismus. Soja Kosmodemjanskaja – als 18jährige Partisanin 1941 von der Wehrmacht gehängt und später von der sowjetischen Propaganda ikonenhalft überhöht – dient noch immer als Reflektionsfläche für geschichtspolitische Grundhaltungen. Während die einen die Notwendigkeit einer Mahnung an künftige Generationen betonen und eine Wiederaufstellung des Denkmals im öffentlichen Raum befürworten, sind andere froh darüber, dass ein „Relikt“ propagandistisch aufgeladener DDR-Kunst endlich aus dem Weichbild der Stadt verschwindet. Jüngere Menschen dagegen, haben keinen Bezug zum Thema. Ihnen erschließt sich die Relevanz einer solchen Diskussion aufgrund fehlender biografischer Erfahrungen oftmals nicht.
Über diese und andere Aspekte des Umganges mit Denkmalen der DDR-Zeit soll im Rahmen eines Expertengespräches diskutiert werden.

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