neu erschienen

Das Feuer im Spiegel, Erinnerungen an eine Kindheit

Verfasser: Jurij Koch, erschienen im Domowina-Verlag, 120 S., Hardcover, 12,90 €

Das Feuer im SpiegelEr war acht Jahre alt, als er bei einem plötzlichen Feuer fast umgekommen wäre, und noch keine zehn, als sein Vater, eben erst glücklich aus dem Krieg heimgekehrt, beim Bau des Eigenheims tödlich verunglückte. Lange hoffte er voller Sehnsucht auf eine Rückkehr des Vaters. Als man ihn, den sorbischen Dorfjungen, an ein tschechisches Gymnasium schickte, eröffneten sich ihm neue Welten.
Jurij Kochs Kindheitserinnerungen sind geprägt von der Dramatik der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und von der Aufbruchstimmung nach dessen Ende im Mai 1945. Episodenhaft schildert er Kriegs- und Nachkriegsalltag der ländlichen Bevölkerung und das Leben in der tschechischen Grenzstadt Varnsdorf. Sein neustes Buch besticht durch eine sehr lebendige, oft humorvolle Erzählweise sowie durch seine Sprach- und Bildkraft.

Windrad auf dem Dach, Erinnerungen
 
Autor: Jurij Koch, erschienen im Domowina-Verlag, 1. Aufl. 2016, 134 S., Fotos, Hardcover, 14,90 €

IWindrad auf dem Dachm zweiten Buch seiner Lebenserinnerungen widmet sich Jurij Koch Begebenheiten aus seinen Jugend- und Mannesjahren. Wie schon im ersten, erschienen 2012 unter dem Titel »Das Feuer im Spiegel. Erinnerungen an eine Kindheit«, besticht er dabei durch lebendige und humorvolle Erzählweise, durch Sprachgewalt und Wortwitz. Zu Beginn schaut er zurück in seine Oberschulzeit in Bautzen, wobei er sich weniger ans Lernen erinnert, sondern vielmehr an ein Umsiedlermädchen, das ihm, dem sorbischen Dorfjungen, den Kopf verdreht hat. Es folgen die Studienjahre in »Kleinparis« und die Zeit, in der Koch als junger Reporter unterwegs in der Niederlausitz war, bis er schließlich Schriftsteller wurde. Mit kritischem Blick wie gebotenem Augenzwinkern schildert er unterhaltsam eine Fülle von Ereignissen und beschreibt mit ihnen verbundene Personen vor dem Hintergrund zeitgeschichtlicher Gegebenheiten.

Jurij Brězan. Leben und Werk

Verfasser: Scholze, Dietrich, 1. Aufl. 2016, , 296 S., 32 Schwarzweißfotografien und Dokumente, Hardcover, 19,90 €

Jurij Brězan. Leben und WerkJurij Brězan war der einflussreichste sorbische Schriftsteller in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit den Fünfzigerjahren veröffentlichte er regelmäßig seine Werke in Deutsch und Sorbisch und legte damit den Grundstein zur Zweisprachigkeit der modernen sorbischen Literatur. Mit seinen Büchern, darunter die Mädchenerzählung „Christa“, die Felix-Hanusch-Trilogie sowie die Romane „Krabat oder Die Verwandlung der Welt“ und „Bild des Vaters“, erreichte er eine große Lesergemeinde im In- und Ausland. Der Literaturwissenschaftler Dietrich Scholze spürt dem wechselvollen Leben des anerkannten Erzählers nach, der sich, literarisch erfolgreich, auch immer politisch zu Wort meldete. Brězan, geboren als Sohn eines Steinbrucharbeiters, wurde 1937 vom Bautzener Gymnasium verwiesen. Abitur in Polen, Haft in Dresden, Gutsverwalter in Norddeutschland, Soldat der Wehrmacht und Jugendfunktionär in der Nachkriegszeit sind seine Stationen, bevor er sich ab 1949 gänzlich dem Schreiben widmete, zahlreiche Bücher veröffentlichte und von 1969 bis 1989 Vizepräsident des Schriftstellerverbands der DDR war. Bis zu seinem Tod im Jahr 2006 blieb er produktiv, seine wesentlichen Werke liegen parallel in sorbischer und deutscher Sprache vor.

Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker – Geschichte einer Vereinigung, Prof. Dr. Hans-Jürgen Hardtke

in: Sächsische Floristische Mitteilungen 18-2016, S. 66-86

Sächsische Floristische Mitteilungen 18-2016Jubiläen sind geeignete Anlässe zurückzublicken und sich der Entwicklungen, aber auch der Einflüsse auf die Arbeit bewusst zu machen. Die 60. Jahrestagung der AGsB im Jahr 2014 bot daher die Gelegenheit sich erneut mit der Geschichte der Vereinigung zu beschäftigen. Erste Aufarbeitungen waren 1996 durch den Verfasser in den Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz (3/96) und im Jahr 2000 im Atlas der Farn- und Samenpflanzen Sachsens erschienen. Nun widmet sich Hardtke mit frischem Blick der Geschichte der AGsB von der Frühzeit bis in die heutige Zeit unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit in den 50er/60er Jahren sowie der politischen Umbruchzeiten 1989/90. 


Die Mitteilungen sind in der Beratungsstelle des Landesvereins erhältlich und über die Geschäftsstelle zu beziehen. Zusätzlich steht die Ausgabe als download zur Verfügung.

Neues Buch über den sächsischen Schriftsteller, Journalisten und Heimatschutz-Autoren Edgar Hahnewald erschienen

Swen Steinberg: „Karl Herschowitz kehrt heim.“ Der Schriftsteller-Journalist Edgar Hahnewald zwischen sächsischer Identität und der Heimat im Exil. Mit einer kritischen Edition,
Berlin, Metropol 2016, ISBN: 978-3-86331-294-7, 420 Seiten, 24,00 €

Buchtitel Swen Steinberg Edgar Hahnewald (1884–1961) war ein sozialdemokratischer Schriftsteller und Journalist, der 1933 als politisch Verfolgter seine Heimat Sachsen verlassen musste und zunächst in die Tschechoslowakei, 1938 dann nach Schweden emigrierte. Swen Steinberg zeichnet den Lebensweg und das Netzwerk von Edgar Hahnewald nach. Gleichzeitig präsentiert er eine kritische Edition des Romans „Karl Herschowitz kehrt heim. Eine Geschichte aus unserer Zeit“, den Hahnewald mutmaßlich im Frühjahr 1936 in Prag und unter Pseudonym veröffentlichte.

Die Erzählung, die Aufstieg und Machtübernahme der Nationalsozialisten in Dresden schildert, war aber nicht lediglich ein literarisches Produkt der Emigration. Vielmehr offenbart der einstige Redakteur der „Dresdner Volkszeitung“ darin auch die Identifikation mit seiner sächsischen Heimat, deren bis in die konservative Heimatbewegung anerkannter Beschreiber der „soziale Wanderer“ und Naturfreund in den 1920er-Jahren gewesen war. Zugleich zeigt der Roman die Orientierung auf die neue Heimat Tschechoslowakei im Jahr 1936: Die dortige solidarische Aufnahme der deutschen sozialdemokratischen Emigranten ab 1933 führte bei Hahnewald zur „Heimkehr ins Exil“. Allerdings machte die Flucht nach Schweden 1938 dies nur zu einer Episode der Neuorientierung in der Emigration.

Hahnewald war auch Mitglied unseres Vereins und veröffentlichte auch in unseren Publikationen. Um das Erscheinen des Bandes zu ermöglichen, entschloss sich der Landesverein, die Drucklegung finanziell zu unterstützen. Somit anerkennt er auch die bis heute währende Bedeutung Edgar Hahnewalds für den Heimatschutz.

 

Das Buch ist in der Beratungsstelle des Landesvereins erhältlich und über die Geschäftsstelle zu beziehen.

Hammer, Manfred (Hg.): Hans Nadler 1910 - 2005
Ein Leben in fünf Staatsordnungen -
Ein Leben für die sächsische Kulturlandschaft

erschienen beim Verein Ländliche Bauwerte in Sachsene.V., Dresden 2016
258 S., 241 überw. sw-Abb., gebunden, 28,5 x 20,5 cm

Buchtitel Hans Nadler 1910-2005, hrsg. M.Hammer "Hans Nadler gehörte zu den bedeutendsten Denkmalpflegern im deutschsprachigen Raum nach dem Zweiten Weltkrieg. Bekannt geworden ist er in der DDR durch sein Wirken als Leiter des Instituts für Denkmalpflege Dresden, welches für die damaligen Bezirke Cottbus, Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt – etwa der Fläche des heutigen Sachsens – zuständig war.

Unter seiner umsichtigen Leitung gelangen unter wirtschaftlich und politisch schwierigen Bedingungen international hoch anerkannte denkmalpflegerische Fachleistungen. Er vermochte es darüber hinaus, Verantwortung für die Bewahrung der Kulturlandschaft in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu rücken.

Literatur zum fachlichen Wirken von Hans Nadler gibt es zahlreich. Es fehlte bisher eine übergreifende Darstellung seiner Person und seines Wesens, seiner besonderen Fähigkeit, Menschen zu ermutigen und zu begeistern, sich einzusetzen für die angemessene Bewahrung ihrer Heimat. Dem Verein Ländliche Bauwerte in Sachsen e.V. ist es gelungen, durch 26 Einzelbeiträge von beruflich sehr unterschiedlichen Mitstreitern Hans Nadlers, ein aussagestarkes Buch herauszugeben. Den Hauptteil bilden die Ausführungen seiner Tochter, Gisela Rudat, die das Entwicklungsbild einer bürgerlichen Familie, immerhin über fünf Staatsordnungen hinweg, zeichnet."
(Auszug aus der Pressemitteilung zur Buchpräsentation im Stadtarchiv Dresden am 27.6.2016)

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