Naturschutz und Bergbaufolgelandschaften

Während die land- und forst- wirtschaftliche Wiedernutzbarmachung in der Bergbaufolgelandschafl (BFL) zunächst im Vordergrund stand, wuchs im Naturschutz die Erkenntnis, dass die störungs- und nährstoffarmen Landschaften mit den entstehenden großen Wasserflächen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere bilden, die in der angrenzenden Landschaft kaum noch Raum finden. Neben dem Deutschen Rat für Landespflege hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Leipzig die Bedeutung der BFL für den Naturschutz erkannt.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Träger der Sanierung der BFL wurde daher durch den Bund und die beteiligten Länder beauftragt, für alle Tagebaufelder ökologisch orientierte Sanierungspläne zu erstellen und die sanierten Flächen zu verkaufen. Daher engagierten sich verschiedene Naturschutzverbände und Stiftungen, um Flächen zu erwerben. In Nordsachsen bemühte sich das Naturschutzinstitut der Region Dresden (NSI) seit 1998 zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) um ein Projekt zur nachhaltigen Entwicklung von Natur und Landschaft. Für die Umsetzung des Projektes wurde eigens die Lausitzer Seenland gGmbH mit ihrem Sitz in Elsterheide-Bergen gegründet. Nach dem Ausstieg der DUH übernahmen der Zweckverband Elstertal und der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. die Anteile der Gesellschaft. Nach einer Planungs- und Vorbereitungsphase von 2003 bis 2004 haben die Umweltministerien des Bundes und des Freistaates Sachsen für die Umsetzung Fördermittel in Höhe von 95% der Gesamtkosten zur Verfügung gestellt. Damit können neben naturschutzfachlichen Maßnahmen auch Flächen zur Sicherung von Natur und Landschaft erworben werden.

  • Erhalt und Entwicklung einer charakteristischen und naturschutzfachlich orientierten Bergbaufolgelandschaft
  • Förderung von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten
  • Erhalt und Entwicklung von seltenen Biotoptypen des Offen- und Halboffenlandes sowie von naturnahen, strukturreichen lausitztypischen Wäldern
  • Entwicklung von nachhaltigen umweltverträglichen Wirtschaftsweisen (Land- und Forstwirtschaft)

Das biologische Potenzial ist bereits sehr groß und umfasst etwa 389 Gefäßpflanzenarten, 200 Vogelarten, 57 Tagfalter- und 126 Laufkäfer- sowie 39 Libellenarten, davon sind bundes- und landesweit gefährdet: 35 Pflanzen- und 41 Vogelarten, 32 Tagfalter-, 44 Laufkäfer- und 22 Libellenarten. Das Vorkommen der hier abgebildeten Ästigen Mondraute (Botrychium matricariifolium) ist bemerkenswert und von landesweiter Bedeutung, da die Art nur im Nordosten des Freistaates vorkommt und vom Aussterben bedroht ist, das Natternzungengewächs wächst auf nährstoffarmen Sandböden. Nachgewiesen wurden auch bedeutende Vorkommen von Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) und Brachpieper (Anthus campestris). Hierbei handelt es sich um Arten junger Bergbaufolgelandschaften.

Umfassende Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Naturschutzgroßprojektes Lausitzer Seeland.

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