Bekenntnis zu unserer sächsischen Heimat

Heimat ist dort, wo wir aufgewachsen sind oder Wurzeln geschlagen haben, wo wir uns zu Hause wissen und wohlfühlen. Es ist die vertraute Landschaft, die Stadt, das Dorf, der Arbeitsplatz, die Schule ... Es ist die Natur in ihrer Vielfalt und es sind die kulturellen Überlieferungen, die eine Landschaft zur Heimat werden lassen. Und es sind natürlich die Menschen mit ihrer vertrauten Sprache, ihren Eigenheiten und Traditionen. Heimatverbundenheit, wie wir sie verstehen, hat nichts zu tun mit Heimattümelei. Ohne Heimat verliert der Mensch oft auch seine sozialen Bindungen, wird verführbar für demagogische Parolen. Die gefährdete Umwelt und der zu beobachtende Werteverfall haben den Begriff Heimat in weiten Teilen der Gesellschaft wieder "modern" werden lassen. Er steht als Synonym für zu bewahrende Werte in einer sich schnell verändernden Welt.

Das Bewahren und Beschützen der heimatlichen Natur und der überlieferten Kulturzeugnisse in Sachsen ist seit fast einem Jahrhundert das Anliegen unseres Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Seit der Gründung im Jahre 1908 vertreten wir als einer der stärksten Heimatpflegevereine Deutschlands tatkräftig und erfolgreich die Interessen der sächsischen Naturschützer und Landschaftspfleger, der vielen meist ehrenamtlich tätigen Denkmalpfleger, Ortschronisten und Volkskundler, bieten allen, denen die Werte unserer Heimat am Herzen liegen, eine gemeinsame Plattform zu aktiver Teilnahme. Besonders geht es uns darum, die Heimatverbundenheit in jungen Menschen zu wecken und zu fördern.

Bei allen Bemühungen um die Bewahrung überkommener Werte stehen wir notwendigen Veränderungen aufgeschlossen gegenüber. Beschützen ist nur sinnvoll, wenn gleichzeitig am Neuen mitgestaltet wird.

Unsere Vorstellungen von zeitgemäßem Heimatschutz waren immer eng mit den praktischen Erfordernissen in Stadt und Land verbunden. Wir wissen, dass Heimat immer aufs neue erfahren werden muss. Die offene Gesellschaft von heute stellt auch in dieser Hinsicht eine neue Herausforderung dar und bietet zugleich neue Möglichkeiten, sich verantwortungsvoll einzumischen und bei der Suche nach den besten Lösungen mitzuwirken.

Mit unserer Überzeugung von einem notwendigen und wohlverstandenen Heimatschutz stehen wir mitten im gesellschaftlichen Leben, lassen uns aber von keiner politischen Richtung vereinnahmen. Wir haben uns in der Vergangenheit mit Kräften auseinandersetzen müssen, die ideologiesüchtig den Begriff Heimat als überholt und unsere Ziele als rückschrittlich verunglimpft haben. Heute stellen wir fest, dass es – nicht nur in Sachsen – Versuche von rechtsextremen Parteien und Organisationen gibt, unsere Ziele zu vereinnahmen und den Begriff Heimatschutz im Sinne von unsäglicher Blut-und-Boden-Theorie zu mißbrauchen. Mit diesen Kräften haben wir aus unserem Selbstverständnis heraus nichts gemein. Rechtsextreme Aktivitäten sind eine Schande für unser Land.

Wir treten dafür ein, dass Sachsen für alle, die hier leben, heimatliche Geborgenheit und wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeit bietet, dass die Schönheiten der Natur und die Reichtümer der Kultur für uns und die Nachkommenden bewahrt werden. In diesem Sinne werden wir auch in Zukunft unbeirrt für unsere sächsische Heimat tätig sein.

Verabschiedet von der Hauptversammlung
am 28. Mai 2005 in Annaberg-Buchholz

 

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