Zeitreise durch die Geschichte des Landesvereins

Vereinsgründer Oberbaurat Karl SchmidtMaler und Volkskundler Oskar SeyffertDer Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. besteht nun seit mehr als 100 Jahren. Er hat in mehreren unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen gewirkt und sich den jeweiligen aktuellen Aufgaben der Landschaftspflege, der Architektur und Geschichte gewidmet.

Der einst 1908 vom Oberbaurat Karl Schmidt (rechts) und vom Maler und Volkskundler Hofrat Professor Oskar Seyffert (links) gegründete Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. konnte 1990 nach über vierzigjähriger Zwangspause seine Arbeit wieder aufnehmen. Seitdem gehört er zu den bekanntesten und leistungsfähigsten Heimatorganisationen in Deutschland.

 

> von Anbeginn bis 1922

1896: Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes in Dresden, damit verbunden „Alte Stadt″ mit großem sächsischen Trachtenfest und volkskundlichen Ausstellungen.

1897: Gründung des Vereins für Sächsische Volkskunde sowie des Museums für Sächsische Volkskunst in Dresden.

1903: Ausschuss für heimatliche Kunst und Bauweise (später „Ausschuß für heimatliche Natur, Kunst und Bauweise″) konstituiert sich.

1904: Deutscher Bund Heimatschutz wird in Dresden gegründet.

1908: 14. Juli /Landesverein Sächsischer Heimatschutz wird als Nachfolger des Ausschußes für heimatliche Natur, Kunst und Bauweise gegründet. Enge Zusammenarbeit mit dem Verein für Sächsische Volkskunde. Hauptgruppen: Naturschutz, Bauberatung und Volkskunde.

„Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz″ (Grüne Hefte) erscheinen mit den ersten Heften (fortgesetzt bis 1941 sowie ab 1991).

Erstmals Grunderwerb für den Naturschutz durch den Landesverein: Boselspitze im Spaargebirge bei Meißen.

1909: Gesetz gegen die Verunstaltung von Stadt und Land (Heimatschutzgesetz) tritt in Sachsen in Kraft

1911: Landesverein fordert vom Rat der Stadt Dresden, „Vorschriften zum Schutz der einheimischen Pflanzen″.

Auf Vorschlag des Landesvereins werden durch das Sächsische Ministerium des Inneren wertvolle Landschaftsgebiete als „Naturschutzbezirke″ eingerichtet:

  • Hochmoor Mothäuser Heide (nahe Kühnhaide im Mittleren Erzgebirgskreis)
  • Großer Kranichsee (Kammmoor im Hochwald südwestlich von Carlsfeld nahe Eibenstock)
  • Zechengrund (südwestlich von Oberwiesenthal)
  • Geisingwiesen (zwischen Geising und Altenberg)
  • Rotstein bei Löbau
  • Teil des Leipziger Auwaldes

1912: Zentralstelle für Wohnungsfürsorge und Beratungsstelle für Bebauungs-Pläne wird durch den Landesverein eingerichtet (bis 1918 wirksam). Mitwirkung in den Planungsverfahren für den Wohnungsbau sowie für die Anlage neuer Siedlungs- und Gewerbegebiete (von den staatlichen Behörden vorgeschrieben).

1913: Beteiligung mit dem „Haus des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz″ zur Internationalen Baufachausstellung in Leipzig.
Das Landesmuseum für Sächsische Volkskunst eröffnet im Jägerhof seine ständige Ausstellung.
 
1914 – 1920: Beginn der Lotterien für Naturschutzbestrebungen; mit den Erlösen werden weitere Ländereien mit seltenen Pflanzen- und Tiergemeinschaften für den Landesverein Sächsischer Heimatschutz erworben.
 
1917: Sächsische Heimatschutz-Nachrichten erscheinen erstmalig (zusätzlich zu den „Mitteilungen″).

1920: Band 1 der Heimatschutzbücherei mit dem Titel: „Vom Wandern und Weilen im Heimatland″ erscheint, bis 1929 sind weitere sechs Bände im Verlag des Landesvereins erschienen
 
1922: Tod des Vereinsgründers Karl Schmidt. Vorsitzender wird Oskar Seyffert.
> von 1923 bis 1948

1923: Verein für Sächsische Volkskunde wird in den Landesverein Sächsischer Heimatschutz integriert. Damit kommt auch das Landesmuseum für Sächsische Volkskunst (ab 1927 trägt es den Namen „Oskar-Seyffert-Museum”) in den Besitz des Landesvereins (bis 1949).

Sächsische Pflanzenschutzverordnung wird auf Antrag des Landesvereins erlassen.

Plakat Zwingerlotterie 19281924: Die erste Zwingerlotterie wird vom Landesverein ausgeschrieben. Bis 1938 werden durch die Lotterien insgesamt 1,5 Mill. RM zur Erhaltung des Dresdner Zwingers aufgebracht.

 

 

 

 

 

1928: Denkschrift des Landesvereins „Über die Erhaltung der Sächsischen Schweiz als Erholungsgebiet für das Sächsische Volk” veröffentlicht. 

Tagung des Verbandes deutscher Vereine für Volkskunde in Dresden

1929:  III. Deutscher Naturschutztag in Dresden. Der Landesverein ist Mitgestalter der Tagung und Herausgeber des Buches „Naturschutz in Sachsen”.

Pflanzengarten Schellerhau im Osterzgebirge wird erworben.

1930: Gründung der Vogelschutzwarte Neschwitz bei Bautzen auf Initiative des Landesvereins. Informationen finden Sie unter: www.vogelschutzwarte-neschwitz.de

Pflanzengarten auf der Bosel wird der Öffentlichkeit übergeben.

1933: Schloss Weesenstein im Müglitztal südlich von Dresden wird vom Landesverein aus Privatbesitz erworben, zum Museum ausgebaut und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Vom Landesverein wird der erste Jahrgang des Kalenders „Sächsischer Heimatschutzkalender” herausgegeben (bis 1946).

1934: Gesetz zum Schutz von Kunst-, Kultur- und Naturdenkmalen (Heimatschutzgesetz) wird vom Sächsischen Landtag verabschiedet (nach intensiver Mitarbeit seit 1925 durch den Landesverein).

1935: Unter Mitarbeit des Landesvereins entsteht das Reichsnaturschutzgesetz

1936: Die Amtshauptmannschaft Grimma und der Landesverein rufen den ersten „Wettbewerb um das schöne Dorf” aus. Er ist der erste Wettbewerb dieser Art in Deutschland.

1940: Tod von Oskar Seyffert. Vorsitzender des Landesvereins wird der Schwarzenberger Fabrikant Friedrich Emil Krauß.

1941: Kriegsbedingt muß die Herausgabe der „Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz” eingestellt werden, das Heft 1 – 4 des Jahrganges 1941 (XXX. Band) ist damit vorerst das letzte Heft bis zum Wiedererscheinen 1991.

1942: Die Vereinigung sächsischer Floristen schließt sich dem Landesverein als „Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker” an.

1943 Im Eigentum des Landesvereins befinden sich 437 ha Naturschutzflächen, darunter

  • Bienhof mit Sattelbergwiesen (257 ha)
  • Hermannsdorfer Wiesen (36 ha)
  • Gröditzer Skala (18 ha)

1945: Beim Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 wird die Geschäftsstelle des Landesvereins vernichtet, Verlust des Archivs.

Oswald Hempel, der als „Heimatschutzkasperle” in Sachsen bekannt geworden ist, kommt in den Flammen um.

Das Oskar-Seyffert-Museum wird schwer beschädigt und brennt in den oberen Stockwerken aus. Die Bestände sind im Schloss Weesenstein ausgelagert und werden dadurch gerettet. Der Landesverein unternimmt sofort Schritte zur Sicherung und zum Wiederaufbau des Museums.

Der Landesverein kann nach dem Ende der nationalsozialistischen Zeit seine Tätigkeit zunächst fortsetzen, da er nicht zu den aktiven Stützen des Systems gehörte. Er führt in den Nachkriegsjahren seine Heimatschutzarbeit in allen Bereichen fort und setzt sich weiterhin für den Erhalt der Naturschutzgebiete und vieler Kulturdenkmale ein. Die gemeinnützige Verkaufsstelle für Volkskunst wird im Oskar-Seyffert-Museum weitergeführt und ist nun die wichtigste Finanzquelle für den Verein.

Ende 1945 erscheint der „Sächsische Heimatschutzkalender 1946”.

> von 1949 bis 1989

1949: Der Landesverein wird als bürgerlich geprägter Verein von den stalinistischen Machthabern politisch und ökonomisch immer mehr unter Druck gesetzt und schließlich widerrechtlich enteignet. Er wird zwar weder verboten noch hat er sich jemals satzungsgemäß aufgelöst, aber seine Arbeitsfähigkeit geht verloren.

1950: Gründung der Natur- und Heimatfreunde-Bewegung innerhalb des „Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands”. Im Land Sachsen, später in den sächsischen Bezirken (Chemnitz, Dresden, Leipzig) führen viele erfahrene Fachleute des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz die Arbeit in den Fachgruppen des Kulturbundes fort. 

Auf Beschluss des Sächsischen Landtages wird das Oskar-Seyffert-Museum als nunmehr „Staatliches Museum für Volkskunst” weitergeführt.

1952: Verordnung zur Erhaltung und Pflege der nationalen Kulturdenkmale (Denkmalschutz) in der DDR.

1954: Gesetz zur Erhaltung und Pflege der heimatlichen Natur tritt in Kraft (Naturschutzgesetz der DDR), entstanden unter aktiver Mitarbeit der Natur- und Heimatfreunde.

1962: Paul Koch (Inhaber eines Spielwaren-Geschäftes, Webergasse, Dresden), seit 1958 in Konstanz lebend, verfügt in seinem letzten Willen:„...ich vermache ferner dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. einen Betrag... Dieses Vermächtnis soll nur Geltung haben, wenn dieser Verein wieder Rechtsfähigkeit erlangt...” Das Evangelische Kirchenamt zu Hannover verwaltete dankenswerterweise dieses Erbe über 30 Jahre und übergab es 1995 dem im inzwischen geeinten Deutschland wieder rechtsfähig gewordenen Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.

1970: Gesetz über die planmäßige Gestaltung der sozialistischen Landeskultur der DDR (Landeskulturgesetz), das durch eine große Zahl von Beratungen und Eingaben der Natur- und Heimatfreunde beeinflusst wurde.

1975: Gesetz zur Erhaltung der Denkmale in der DDR (Denkmalpflegegesetz).

1978-1980: Aus den Natur- und Heimatfreunden gründen sich: Gesellschaft für Denkmalpflege (1978), Gesellschaft für Heimatgeschichte (1979), Gesellschaft für Natur und Umwelt (1980).

Juni 1989: Naturschutzverordnung – Schutz und Pflege der Pflanzen- und Tierwelt und der landschaftlichen Schönheiten.

Im Herbst: Erste Initiativen zur Wiederaufnahme der Arbeit des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz.

> von 1990 bis 2000

1990: Treffen von alten und neuen Mitgliedern des Landesvereins im Museum für Sächsische Volkskunst am 17. Februar 1990 zur Vorbereitung der Hauptversammlung.

Erste Hauptversammlung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. nach 1945 am 7. April im Keller des Dresdner Kurländer Palais („Tonne”). Zum Vorsitzenden wird Matthias Griebel gewählt. Den Ehrenvorsitz nimmt Hans Nadler, der verdienstvolle Nestor der sächsischen Denkmalpflege, an.

Der Landesverein nimmt seine Tätigkeit wieder auf und gliedert sich in die Fachbereiche:

  • Naturschutz/Landschaftsgestaltung
  • Denkmalpflege/Heimatgeschichte
  • Volkskunde/Volkskunst

Mitwirkung bei der einstweiligen Sicherung der Sächsischen Schweiz als Nationalpark sowie des sächsischen Grenzstreifens („Grünes Band”) zu Bayern sowie ehemaliger Truppenübungsplätze als Naturschutzgebiete.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz wird wieder Mitglied im Deutschen Heimatbund (heute: Bund Heimat und Umwelt in Deutschland mit Sitz in Bonn) und arbeitet seitdem im Präsidium mit.

1991: Das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landesentwicklung erkennt den Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. nach dem Bundesnaturschutzgesetz als gemeinnützigen Naturschutzverband an.

Mit Heft 1/1991 erscheinen nach 50-jähriger Unterbrechung wieder „Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz” (Grüne Hefte).

Seit Sommer 1991 ist der Landesverein Träger von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, diese sind besonders auf den Gebieten der Landschaftspflege und des Naturschutzes, der Denkmalpflege und der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wirksam.

Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft”. Fortlaufende Mitarbeit in der Jury.

Parkseminar im Stadtpark von Großenhain. Mit diesen Seminaren knüpft der Landesverein an die Reihe der Parkseminare aus der Zeit des Kulturbundes an.

1992: Seit 1992 Projekte und naturschutzfachliche Gutachten für die Unterschutzstellung gefährdeter Gebiete (gemeinsam mit der FG Geobotanik des Elbhügellandes und der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker), u.a.

  • Elblachen bei Stetzsch
  • Polenztal
  • Ketzerbachtal
  • Elligastwiesen
  • Internationales Artenschutzprogramm Wassernuss
  • Kartierung der Orchideen und Enzianarten in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge
  • Röderauwald Zabeltitz
  • NSG Trebnitzgrund
  • Kartierung der Flechtenflora in Dresden und der Ruderalflora in Dresdner Dorfkernen
  • Kartierung höherer Pflanzenarten im linkselbischen Elbsandsteingebirge

Seit dem ersten „Tag der Sachsen” 1992 in Freiberg arbeitet der Landesverein im Präsidium und Kuratorium des größten Volksfestes in Sachsen mit. 

Erstmals wieder Flächenerwerbungen für den Naturschutz, so auf der Bosel bei Meißen, im Osterzgebirge und im Polenztal in der Sächsischen Schweiz, kontinuierlich werden weitere Gebiete für den Naturschutz erworben. Unterstützung geben das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, die Regierungspräsidien sowie die Unteren Naturschutzbehörden.

1993: Ab 1993 gibt der Landesverein den Kalender „Sächsische Heimat” heraus. Dieser steht in der Tradition des Kalenders „Sächsische Gebirgsheimat“, der 1992 zum letzten Mal erschienen ist.

Für den Landesverein sind zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter innerhalb der Aktion 55 tätig. Diese Aktion gibt im Vorruhestand befindlichen Menschen die Möglichkeit, sich für das Gemeinwohl der Gesellschaft zu engagieren.

Im Landesverein bildet sich eine Arbeitsgruppe Festforschung. Sie richtet die Tagung „Kontinuität und Wandel in der Gestaltung sächsischer Volksfeste der Gegenwart” aus, eine Dokumentation der Volksfeste in Sachsen wird begonnen, Unterstützung gibt das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (der Tagungsband erscheint 1994 als Sonderheft).

Parkseminar im Waldpark Dresden-Blasewitz.

1994: 90 Jahre Deutscher Heimatbund (heute Bund Heimat und Umwelt in Deutschland) – Festakt im Schloss Albrechtsberg Dresden.

Von Herbst 1994 bis zum Jahr 2001 arbeitet die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker und der Landesverein an der Kartierung zum „Atlas der Farn- und Samenpflanzen Sachsens”, eingearbeitet werden Kartierungsergebnisse aus ca. 100 Jahren Pflanzenerfassung in Sachsen.

1995: Europäisches Naturschutzjahr – verschiedene Vorhaben des praktischen Naturschutzes und der Landschaftspflege werden vom Landesvereins durchgeführt, u.a.: 

  • Gestaltung und Pflege von Alleen und vom Lustgarten in Kohren-Sahlis
  • Instandsetzung des Bewässerungssystems der Märzenbecherwiesen im Polenztal

Beteiligung an den Bemühungen zur Rettung von Heuersdorf, das dem Braunkohlenabbau weichen soll.

Denkschrift zur Gestaltung und Bewahrung der ländlichen Siedlungen und zur Förderung landschaftsgerechten Bauens im Freistaat Sachsen wird der Öffentlichkeit übergeben. 

Die „Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V.” werden mit dem „Bundespreis 1995 für regionale Heimatzeitschriften” ausgezeichnet.

Tagung „Sächsische Volksfeste zwischen Tradition und Innovation” (Sonderheft erscheint 1997).

Parkseminar im Landschaftspark Bonnewitz bei Pirna.

1996: In einem Prozess, den der Landesverein zur Restitution seines Alteigentums anstrengt, urteilt das Verwaltungsgericht Dresden zwar gegen den Verein (Begründung: Enteignung erfolgte auf besatzungshoheitlicher Grundlage), erkennt aber an, dass der heutige Verein mit dem 1908 gegründeten identisch ist.

Erwerb des Naturdenkmales Babisnauer Pappel von der Gemeinde Kreischa, seitdem Bemühungen der Ortsgruppe Babisnau um ein neues Aussichtsgerüst (dieses konnte im Sommer 1999 eingeweiht werden).

Durch Erbteilsübertragung wird der Landesverein Miteigentümer des bedeutenden Landsitzes „Hohenhaus” in Radebeul samt Parkanlage (siehe auch 2003).

Projekt „Sitten und Bräuche im ländlichen Raum” wird gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft begonnen.

Wort aus Steinbach – Gestaltung der Dörfer in Sachsen.

1997: „Dorfgestaltung – Handreichung für Bürgermeister und Gemeinderäte” erscheint und wird an alle sächsischen Gemeinden verteilt.

1998: Eine öffentliche Beratungsstelle des Landesvereins nimmt im Gebäude des Dresdner Stadtmuseums (Friesengasse) ihre Arbeit auf. Sie setzt zugleich die Tradition der vom Landesverein bis 1949 betriebenen „Gemeinnützigen Verkaufsstelle“ durch ein Angebot guten sächsischen Volkskunstgewerbes fort.

Volksfeste in Sachsen – Dokumentation und Festkalender werden in einem Sonderheft publiziert (damit wird das Festforschungsprojekt im wesentlichen abgeschlossen).

Festakt im Stadttheater Meißen anlässlich 90 Jahre Landesverein Sächsischer Heimatschutz.

24. Deutscher Naturschutztag – Denken, Planen, Handeln für die Natur von morgen in Dresden, Exkursionen und Ausstellungen werden vom Landesverein mitgestaltet.

„Erfassung der historischen Parkanlagen in der Bundesrepublik Deutschland“ – gemeinsames Projekt mit dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland.

Landesverein gründet den Trägerverein Vogelschutzwarte Neschwitz mit und ist seitdem im Vorstand des Trägervereins. Damit wird eine Tradition aus den dreißiger Jahren wieder aufgenommen. Damals hatte der Landesverein maßgeblichen Anteil an der Gründung und Gestaltung der Vogelschutzwarte Neschwitz. www.vogelschutzwarte-neschwitz.de

Der Landschaftspark Seifersdorfer Tal wird zu großen Teilen Eigentum des Landesvereins. Gemeinsam mit dem Verein Seifersdorfer Thal e.V. wird die Rekonstruktion des Parkes begonnen, dies ist möglich durch die Unterstützung der Allianz Umweltstiftung.

Parkseminar im Hohenhaus-Park in Radebeul.

1998: „Windkraftnutzung im Freistaat Sachsen”  – Stellungnahme des Landesvereins wird veröffentlicht.

 „Wermsdorfer Thesen  – Thesen zur praktischen Dorfentwicklung und Dorfgestaltung”, erarbeitet von der AG Dorfgestaltung/ Dorfstrukturen werden in den Mitteilungen 1/1999 veröffentlicht.

Wegekonzeption für den Nationalpark Sächsische Schweiz. Der Arbeitskreis Sächsische Schweiz vertritt den Landesverein in der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Konzeption.

Parkseminar im Seifersdorfer Tal bei Radeberg.

2000: Fotowettbewerb „Dorfbilder 2000” wird gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ausgerufen, etwa 1000 Einsender beteiligen sich mit ca. 2700 Bildern.

„Schule und Heimat” – Denkschrift des Landesvereins wird der Öffentlichkeit übergeben.

Das denkmalgeschützte Umgebindehaus „Kleene Schänke” in Cunewalde (bei Löbau) – wird dem Landesverein vom Verein für Sächsische Volksbauweise übereignet. Dieses Haus beherbergt neben der Gaststätte ein einzigartiges Museum der Handwerksgeschichte – eine umfangreiche Ausstellung historischer Zimmererwerkzeuge. 

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Dokumentation der Kleindenkmale im Stadtgebiet von Dresden wird begonnen.

> 2001 bis heute

2001: „Atlas der Farn- und Samenpflanzen Sachsens” erscheint mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft und des Landesamtes für Umwelt und Geologie.

Parkseminar in der Fasanerieanlage in Moritzburg.

Aus dem Fotowettbewerb „Dorfbilder 2000” entsteht eine Wanderausstellung. Sie wird im Januar 2001 im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft der Öffentlichkeit übergeben und ist seitdem in über 20 Gemeinden gezeigt worden. Ausstellungssorte sind  Schulen, Museen, Naturschutzeinrichtungen, Gemeindeverwaltungen…

Erster Webseitenauftritt des Landesvereins entsteht.

Voruntersuchungen zum Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Grünlandverbund Osterzgebirge“, gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz Bonn und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

Projekt „Erarbeitung eines wissenschaftlichen Konzepts unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte für die naturschutzgerechte Behandlung umweltgeschädigter Wälder eines privaten Naturschutzverbandes in den Durchbruchstälern des Osterzgebirges“ – Vorphase (durch die Hochwasserkatastrophe 2002 konnte dieses Projekt erst im Frühjahr 2003 abgeschlossen werden). Es wird finanziert mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Osnabrück und des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.

2002: Hochwasserkatastrophe im August in weiten Teilen Sachsens.

Im Vergleich zu anderen Betroffenen sind dem Landesverein nur relativ geringe Schäden entstanden: Die Keller in der Geschäftsstelle standen unter Wasser, einige Eigentumsflächen waren durch die Starkniederschläge und die Flut geschädigt und vermüllt.

Gemeinsam mit der Sächsischen Landesstelle für Volkskultur Schneeberg und mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Dresden werden folgende Publikationen herausgegeben:

  • „Harry Schmidt – Schnitzen meine Welt“ Beitrag zur Geschichte des erzgebirgischen Schnitzens
  • „Renate Schramm – Eine malende Landfrau erzählt“

Landesverein Sächsischer Heimatschutz wird Mitglied im Verein Naturschutzzentrum Schloss Niederspree und im Zweckverband Naturschutzregion Neiße.

Sächsischer Landeswettbewerb „Ländliches Bauen – Erhalten – Pflegen – Gestalten 2002/2003“ – unter Schirmherrschaft des Sächsisches Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft wird der Landesverein Ausrichter des Wettbewerbes.

Petition „Zum teilweisen Erhalt der historischen Keller im Gebiet des Dresdner Neumarktes“ wird dem Sächsischen Landtag übergeben. 

Das Wanderheim Heinersgrün in der vogtländischen Gemeinde Burgstein wird in Erbpacht übernommen. Es wird betreut vom „Rittergut Kauschutz e.V.“ (körperschaftliches Mitglied im Landesverein) und von der Regionalgruppe Vogtland des Landesvereins.

Arbeitsgruppe „Schule und Heimat" nimmt ihre Arbeit auf: Erarbeitung eines heimatkundlichen Materials, welches aus den Publikationen des Landesvereins zusammengestellt wird und den Schülern und Lehrern der allgemeinbildenden Schulen des Freistaates Sachsen übergeben werden soll.

2003: Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Wiederherstellung artenreicher Bergwiesen im Osterzgebirge“. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz und dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft gefördert.

Denkschrift zur Erhaltung der Umgebindehauslandschaft Oberlausitz.

Das Anwesen „Hohenhaus” in Radebeul wird auf Beschluss der Erbengemeinschaft verkauft. Der Landesverein als Miteigentümer stimmt dem schließlich zu, nachdem alle Versuche gescheitert sind, das Kulturdenkmal in öffentliche Trägerschaft zu überführen. Die Alternative wäre eine Zwangsversteigerung gewesen.

Umgebindehaus „Kleene Schänke“ in Cunewalde wird mit Unterstützung des damaligen Amtes für Ländliche Neuordnung Kamenz saniert und zum Vereinshaus ausgebaut.

Parkseminar im Rhododendronpark Kromlau.

Umzug der Geschäftsstelle des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz auf die Wilsdruffer Straße 11/13.

Erwerb des unter Denkmalschutz stehenden und vom Abriss bedrohten Fachwerkhauses aus dem Jahr 1788 auf der Pfarrgasse in Sebnitz.

2004: Stellungnahme zu Aussagen der Koalitionsvereinbarung über den Denkmalschutz in Sachsen wird dem Sächsischen Landtag übergeben.

Grundhafte Instandsetzung des Fachwerkhauses in Sebnitz – im Dezember ist die Standsicherheit des Gebäudes hergestellt, Dach und Schmuckgiebel sind komplett verschiefert. Unterstützt wird der Landesverein durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Regierungspräsidium Dresden.

Projekt „Hochwasserschutz und naturschutzgerechte Behandlung umweltgeschädigter Wälder und Offenlandbereiche der Durchbruchstäler des Osterzgebirges” (Teilprojekt des Projektverbundes „Nachhaltiger Hochwasser- und Naturschutz in Sachsen”) gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Denkschrift „Ehrenamtlicher Naturschutzdienst”

Sächsischer Landeswettbewerb 2005 – Ländliches Bauen (für die Jahre 2004/2005) wird gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft durchgeführt.

„Verbreitungsatlas der Moose Sachsens” erscheint, Herausgeber ist die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker im Landesverein Sächsischer Heimatschutz.

Dokumentation „Handwerk in Sachsen” wird begonnen.

2005:
„Bekenntnis zu unserer sächsischen Heimat – Ein Wort aus Annaberg-Buchholz.” Damit grenzt sich der Landesverein gegen irrtümliche oder vorsetzliche Vereinnahmungen seiner Werte durch rechtsradikale Kreise ab.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. und AG Naturschutzinstitut Region Dresden e.V. werden Gesellschafter in der „Lausitzer Seenland Gemeinnützigen Gmbh“ (www.ngp-lausitzerseenland.de) und sorgen damit für den Fortgang des Naturschutzgroßprojektes Lausitzer Seenland. Dieses wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

„Landschaftsgliederungen in Sachsen“ – Sonderpublikation herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Arbeitsstelle Dresden „Naturhaushalt und Gebietscharakter“.

Gemeinsame Veranstaltungen mit der Sächsischen Akademie Ländlicher Raum e.V. zum Thema: „Heimat – Heimatgeschichte und ihr Beitrag für unsere regionale Zukunft“.

Parkseminare im Schlosspark Lützschena (in Leipzig) und im Rhododendronpark Kromlau.

2006:
ausführliche Stellungnahme zur Verwaltungsreform in Sachsen – Schwerpunkt eigenständiger Erhalt des Landesamtes für Denkmalpflege, Erhalt der Landesstelle für Museumswesen mit Arbeitsstelle für Volkskultur

200. Geburtstag von Gottlob Ludwig Rabenhorst – Enthüllung einer Gedenktafel in Meißen und Tagung im Naturkundemuseum Görlitz, gemeinsam mit der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker und den brandenburgischen Botanikern

„Naturschutzgebiete in neuer Dimension“ – 10 Jahre NSG „Königsbrücker Heide“ Tagung mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, dem Naturbewahrung Westlausitz e.V. und dem NABU Landesverband Sachsen.

Im Berg- und Naturverlage Rölke erscheint das vom Landesverein herausgegebene Buch „Dresdner Heide Geschichte – Natur – Kultur“

2007:
„Kyrill“ ein schwerer Orkan verwüstet große Flächen in Deutschland – mehrere Naturschutzgebiete des Landesvereins sind betroffen, besonders die Wälder im Osterzgebirge und im Raum Niederspree, die Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden können erst Ende des Jahres abgeschlossen werden.

„Elsterfloßgraben“ Beteiligung an der vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt durchgeführten Tagung und Mitunterzeichnung des „Zeitzer Floßgrabenmanifestes – Für einen intakten Elsterfloßgraben als lebendiges Erbe mitteldeutscher Kultur- und Technikgeschichte“

18. Parkseminar im Schlosspark Wolkenburg

Projekt „Wo tanzt das Glühwürmchen? – Eine Suchaktion in Sachsen von 2007 bis 2009“ beginnt. Es wird gefördert vom Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.

Sächsischer Landeswettbewerb 2007 – Ländliches Bauen wird unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft durchgeführt.

Unter Federführung der Arbeitsgruppe „Schule und Heimat“ wird gemeinsam mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung der Band „Sachsen – Heimatgeschichte, Volkskunde, Denkmalpflege, Dorfgestaltung, Natur und Landschaft“ herausgegeben.

2008:
100 Jahre Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Festakt im Ballhaus Watzke in Dresden-Pieschen

Dazu erschien:„Sachsen – Zukunft aus Herkunft. 100 Jahre Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Eine Festschrift“

Wald- und Auenentwicklung, Hochwasservorsorge und Naturschutz im Osterzgebirge gemeinsame Tagung mit Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, der TU Dresden – Professur für Landeskultur und Naturschutz, dem Staatsbetrieb Sachsenforst und der Landestalsperren Verwaltung, gefördert durch DBU.

Parkseminar im Rhododendronpark Kromlau

„Baustelle Heimat“ Sonderausstellung im Museum für Sächsische Volkkunst

„zwischen Emotion und Kalkül. „Heimat“ als Argument im Prozess der Moderne“

Tagung des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V./Bereich Volkskunde

200 Jahre Babisnauer Pappel – Fest an der Pappel am 16. August 2008

15. Dezember: 750. Heimatkundliche Wanderung: Von Bärnsdorf nach Ottendorf-Okrilla/Wachberghöhe

2009:
Sächsischer Landeswettbewerb 2009 – Ländliches Bauen wird unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft durchgeführt.

Die neue „Arbeitsgemeinschaft Industriebaugeschichte - Industriebaudenkmäler” unter Leitung von Dipl.-Ing. Wolfried Haubold und Ing. Rainer Hoelzer nimmt ihre Arbeit auf.

17. Januar: erster „Heimattag des Wilsdruffer Landes” im Gemeindezentrum Gompitz mit überwältigend großer Teilnehmerzahl

8. bis 10. Mai: Jahrestreffen in Seiffen mit zahlreichen Exkursionen und Führungen; erstmalige Verleihung der Ehrenmedaille an den Volkskundler Horst Fröhlich, an Sabine Holtermann vom Stadtmuseum Pirna und an Harald Worms von der Ortsgruppe Gompitz; Peter Biele wurde zum Ehrenmitglied ernannt

21. Mai: Im Anschluss an die traditionelle Himmelfahrtsandacht an der Babisnauer Pappel wurde der neue, von Familie Riess (Dresden) gesponserte „Steinerne Tisch mit Bänken” am beliebten Ausflugsziel eingeweiht.

12. bis 14. Juni: 55. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Sächsische Botaniker in Freiberg

13. September. Zum „Tag des offenen Denkmals” sind das Fachwerkhaus in Sebnitz und das umgebindehaus „Kleene Schänke” in Cunewalde für Besucher geöffnet.

9. und 10. Oktober: 10. Regionales Parkseminar im Rhododendronpark Kromlau

23. bis 25. Oktober: 1. polnisch-deutsches Parkseminar in Brody (Pförten), Polen mit ca. 300 Teilnehmern

20. November: Abschlussveranstaltung für das Projekt „Wo tanzt das Glühwürmchen” im Haus des Gastes in Nünchritz in Kooperation mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt

Weiterführende Literatur

Festschrift 100 Jahre LandesvereinDer Landesverein Sächsischer Heimatschutz feierte im Jahr 2008 sein einhundertstes Gründungsjubiläum. Aus diesem Anlass ist nach vielen Bemühungen, auch ehrenamtlicher Hilfe und großzügiger finanzieller Unterstützung, eine Festschrift entstanden. Sie zeigt einerseits, wie Traditionelles bewahrt werden konnte und andererseits, wie vielfältig gegenwärtig Heimatschutzarbeit geleistet wird.

Format: A4, 199 Seiten
Dresden, 2008
ISBN: 978-3-9812320-0-4