Die Gauernitzer Insel – ein sächsisches
Natur- und Kulturdenkmal

Bitte unterstützen Sie uns bei der Pflege und dem Artenschutz

Die Gauernitzer Elbinsel

Wenn man mit dem Schiff von Dresden nach Meißen fährt, erscheint kurz nach Kötzschenbroda auf der rechten Seite eine mit Wald bestandene Insel. Kormorane und Graureiher (Kolonie!) lärmen im Geäst. Durch Frühjahrshochwasser immer wieder aufgeschüttete Kiesbänke erwecken den Eindruck von Wildnis. Es ist die Gauernitzer Insel, die neben der Pillnitzer Insel bei der Elbregulierung übrig geblieben ist und sich nun im Eigentum des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz befindet. Schaut man genau hin, so ist ein schmaler Damm zu erkennen, der die Insel mit dem Land bei Kötitz verbindet. Schon bei leichtem Hochwasser ist sie nicht mehr zugängig. Der Steindamm entstand in den Jahren 1877 bis 1879 im Rahmen der sächsischen Elbregulierung, die schon 1821 mit der Ratifikation der Elbschifffahrtsakte begann.

Bereits 1870 waren 83% des Elbufers reguliert und gepflastert. Viele Pflanzen und Tiere, die Stillwasserzonen und Schlamm- oder Kiesbänke benötigen, wurden dadurch „heimatlos”. Manchen Arten, wie dem Schnittlauch, gelang der Sprung von der Kiesbank in die Pflasterfugen als Ersatzbiotop. Den Altarmen der Elbe und den zwei Elbinseln kommt seitdem besondere Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität der Elbflora und -fauna zu. Die Gauernitzer Insel gehört im oberen Elbtal zu den wenigen Gebieten, in denen sich noch Reste eines Auwaldes erhalten haben. Neben Ulmen, Eschen, Linden, Eichen und Weidengebüschen kommt auch die Schwarzpappel noch vor. Die Hartholzaue ist durch einen reichen Frühjahrsaspekt gekennzeichnet. Neben den bekannten Buschwindröschen und dem Scharbockskraut fallen besonders das Gelbe Buschwindröschen und der Hohle Lerchensporn auf. Als botanische Kostbarkeiten kommen der Wiener Blaustern, der gelb blühende Knoten-Beinwell und als typische Auwaldpflanze der Taubenkropf vor. Durch die nach 1990 verbesserte Wasserqualität der Elbe haben sich im Altarm wieder verschiedene Wasserpflanzen angesiedelt, darunter auch Laichkräuter, das Hornkraut und das Tausendblatt. Auf den Schlamm- und Kiesbänken finden sich Zwergbinsengesellschaften mit Schlammkraut, Braunem Zypergras und Büchsenkraut (eine europäische, nach Natura 2000, Anhang IV, geschützte Art).Wollhandkrabbe, Flussdeckel-Schnecke, Biber, Wechselkröte und zahlreiche Brutvögel besiedeln die Insel. Diese Liste könnte durch bemerkenswerte Pilze, Moose und Insektenfunde ergänzt werden. Insgesamt konnten über 40 Arten der verschiedenen Roten Listen festgestellt werden. Die Insel wurde deshalb zu Recht 2006 gemeinsammit der Pillnitzer Elbinsel als NSG (D35) unter Schutz gestellt. Ziel ist, die ungestörte Entwicklung eines Auwaldes unter Berücksichtigung des kulturellen Wertes der Insel zu gewährleisten.

Denkmal aus Sandstein, Foto: Mitteilungen des Landesvereins, Band X, 1–3, 1921 Die Insel ist eben auch ein bedeutendes Kulturdenkmal. Sie liegt gegenüber dem Gauernitzer Schloss und war im Besitz zahlreicher für die sächsische Geschichte und darüber hinaus bekannter Adelsfamilien (von Ziegler, von Pflugk, von Schönburg-Waldenburg). Ende des 17. Jahrhunderts übernahmen die Grafen von Zinzendorf Schloss und Ländereien; der mit ihnen verwandte Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf gründete in der Oberlausitz die Herrnhuter Brüdergemeine. Friedrich August von Zinzendorf bezog die Gauernitzer Insel in die Gestaltung seiner berühmten Parkanlage ein. So ließ er acht Baumreihen anlegen mit Blick auf Kirchtürme der Umgebung und setzte in der Mitte der Insel ein Denkmal aus Sandstein, welches aus einem Zylinder mit Sims, einer aufgesetzten Urne, einer Schrifttafel und Blattgirlanden bestand. Das Denkmal war seiner Frau Louisa J. Sophia von Zinzendorf geb. Gräfin von Byland zu Polsterkamp gewidmet (Foto oben:Mitteilungen des Landesvereins, Band X, 1–3, 1921). Leider wurde es nach 1945 schwer beschädigt und noch in den achtziger Jahren die Urne abgeschlagen und der Sockel unterhöhlt.
 
Die Sandsteinbänke sind weitgehend zerschlagen und verschwunden. Die Gauernitzer Insel ist ein Kultur- und Naturschutzdenkmal von besonderer Bedeutung, nicht nur für Sachsen. Deshalb kaufte der Landesverein Sächsischer Heimatschutz im Jahre 2006 die Insel und pflegt sie mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde Meißen. Eigentum verpflichtet. Bei jedem Hochwasser werden größere Holzteile, Plastikreste und anderer Unrat angeschwemmt, so dass sich Säuberungs- und Pflegeaktionen notwendig machen. Es ist auch unser Ziel, das Denkmal in seiner alten Schönheit wieder zu errichten. Beide Anliegen kosten Geld. Wir bitten Sie, liebe Freunde und Mitglieder des Landesvereins, unterstützen Sie unsere Vorhaben mit einer Spende.

Professor Dr. Hans-Jürgen Hardtke
Vorsitzender Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.

Spendenkonto des Landesvereins bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden:
IBAN DE55 8505 0300 3120 0588 22; BIC OSDDDE81XXX
Verwendungszweck: Pflege und Erhaltung Eigentum Gauernitz
 

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