Historische Wegezeichen erhalten

Die Mitglieder des Arbeitskreises Dresdner Heide engagieren sich in ehrenamtlicher Arbeit besonders bei der Erhaltung kulturgeschichtlich wertvoller Objekte in der Dresdner Heide und tragen zur Pflege der Landschaft als Ganzes bei. Die hauptsächliche, seit langem bestehende Arbeitsrichtung gilt dem Erhalt der historischen Wegezeichen, die ein vielgliedriges Wegenetz kennzeichnen und eine unbedingt schützenswerte Besonderheit darstellen. Durch eine sich an der Gestalt der Zeichen orientierende volkstümliche Deutung entstanden Namen wie beispielsweise „Gänsefuß“, „Schere“ oder „Ochsenkopf“.

Wegezeichen Zirkel Wegezeichen Ochsenkopf

Wegezeichen „Zirkel“;
altes Zeichen verschlissen durch Wettereinwirkung
und stark gedehnt durch Wachstum des Baumes.

Wegezeichen „Ochsenkopf“

Fotos: Thieme, 2012

Andere Wege, wie der „Kannenhenkel“, der „Kuhschwanz“ und der „Rennsteig“, haben modifizierte Buchstaben als Wegezeichen; sie stellen frühere regionale Verbindungswege dar, die sich in der Neuzeit teilweise zu wichtigen Verkehrsstraßen entwickelt haben (Bautzner und Königsbrücker Landstraße).

Die roten Wegezeichen wurden bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert im Sichtabstand längs der Wege durch Zeichenschneider in den Stamm geeigneter Bäume eingeschnitten; heute werden sie auf weißem Untergrund auf den Stamm aufgemalt. Insgesamt wurden bei ca. 80 benannten Wegen etwa 1000 Zeichen aufgebracht. Dabei ist durch natürlichen Verschleiß und das Wachstum der Bäume eine Erneuerung im Abstand von etwa 10 Jahren erforderlich. Dabei sind an dieser Pflege neben den Mitgliedern des AKDH auch zahlreiche andere Privatpersonen beteiligt.

 Wegezeichen ArbeitsplanungWegezeichen erneuern

Die Wegezeichen wären ohne das Engagement kulturinteressierter Bürger in der Vergangenheit verloren gegangen, sind doch durch eine von schablonenhaftem politischen Denken geprägte, kulturvergessene Aktion in den frühen 1980er Jahren sämtliche vorhandenen Zeichen abgekratzt oder mit brauner Farbe unkenntlich gemacht worden.

In einer Gegenbewegung engagierte sich neben anderen Personen Manfred Ruttkowski (*26.07.1932 - †26.03.2015) in besonderer Weise, um die Wegezeichen wiederzuerwecken. Er erforschte die Geschichte und Besonderheit des Wegenetzes und seiner Zeichen und verfasste hierzu auch Veröffentlichungen. Er entwarf die Zeichen in einer historisch angepassten Ausführung neu und entwickelte für den praktischen Gebrauch entsprechende Schablonen, ebenso für die Untergrundfelder.

Zu den Personen, die sich in früherer Zeit um den Schutz des historischen Wegezeichennetzes verdient gemacht hatten, gehören der um 1900 aktive Heideforscher Theodor Seelig (1850-1904) und der Forstinspektor Friedrich Wilhelm Meschwitz (1815–1888).

 

Literatur

Geschnittene Waldzeichen in der Dresdner Heide, Manfred Ruttkowski, 1987.

Dresdner Heide, Hrsg. Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V., Berg- & Naturverlag Rölke, Dresden, 2006,

320 Seiten, 280 Abbildungen und Karten.

Weitere Informationen zum historischen Wegenetz

http://de.wikipedia.org/wiki/Dresdner_Heide#Geschichte_des_Wegenetzes 

Abbildung der Wegezeichen: http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Dresdner_Heide 

 

Kontakt:

Arbeitskreis Dresdner Heide

Dr. Michael Thieme
Altrochwitz 5
01326 Dresden

Tel: 0351 4605249 p
michael.thieme@tu-dresden.de