Historische Wegezeichen erhalten

Die historischen Wegezeichen, die die Wege eines vielgliedrigen Wegenetzes in der Dresdner Heide kennzeichnen und sich bis in die Neuzeit erhalten haben, stellen eine unbedingt schützenswerte kulturhistorische Besonderheit dar. Ihre Pflege bildet diejenige Arbeitsrichtung des Arbeitskreises Dresdner Heide  bzw., vorausgehend, der Interessengemeinschaft Dresdner Heide, die seit den 1980-er Jahren am längsten und mit stets hohem Engagement durch die ehrenamtlich tätigen Mitglieder wahrgenommen wird. Der AKDH betätigt sich jedoch auch an anderen Projekten in der Dresdner Heide und trägt zu einer pfleglichen Nutzung der Landschaft als Ganzes bei.

Die roten Wegezeichen wurden bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert im Sichtabstand längs der Wege durch Zeichenschneider in den Stamm geeigneter Bäume eingeschnitten; heute werden sie auf weißem Untergrund auf den Stamm aufgemalt, vorzugsweise an Wegkreuzungen und Verzweigungen. Insgesamt existieren bei ca. 80 benannten Wegen etwa 1000 Zeichen solcher gemalter Zeichen. Durch natürlichen Verschleiß und das Wachstum der Bäume ist eine Erneuerung im Abstand von etwa 10 Jahren erforderlich. Dabei sind an dieser Pflege neben den Mitgliedern des AKDH auch zahlreiche andere Privatpersonen beteiligt: Seit vielen Jahren wird im Sommer unter Leitung von Peter Rößler mit den Mitgliedern einer Bühlauer Sportgruppe eine große, gut vorbereitete Malaktion durchgeführt.

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 Wegezeichen ArbeitsplanungWegezeichen erneuern

Es sei nicht verschwiegen, dass die Wegezeichen ohne das Engagement kulturinteressierter Bürger in der Vergangenheit verloren gegangen wären, waren doch durch eine von schablonenhaftem politischen Denken geprägte, kulturvergessene Aktion um 1980 sämtliche vorhandenen Zeichen abgekratzt oder mit brauner Farbe unkenntlich gemacht worden. In einer Gegenbewegung engagierte sich neben anderen Personen Manfred Ruttkowski (*26.07.1932, †26.03.2015) in besonderer Weise, um die Wegezeichen wiederzuerwecken. Er erforschte die Geschichte und Besonderheit des Wegenetzes und seiner Zeichen und verfasste hierzu auch Veröffentlichungen (s.u.). Er entwarf die Zeichen in einer historisch angepassten Ausführung neu und entwickelte für den praktischen Gebrauch entsprechende Schablonen, ebenso für die Untergrundfelder.

Zu den Personen, die sich in früherer Zeit um den Schutz des historischen Wegezeichennetzes verdient gemacht hatten, gehören der um 1900 aktive Heideforscher Theodor Seelig (1850-1904) und der Forstinspektor Friedrich Wilhelm Meschwitz (1815–1888).

Übrigens entstanden zahlreiche Wegenamen durch eine volkstümlich-schöpferische Benennung von bildlich aussehenden Zeichen, wie beispielsweise „Gänsefuß“, „Schere“ oder „Ochsenkopf“. Andere Wege, wie der „Kannenhenkel“, der „Kuhschwanz“ und der „Rennsteig“, haben modifizierte Buchstaben als Wegezeichen; sie stellen frühere regionale Verbindungswege dar, die sich in der Neuzeit teilweise zu wichtigen Verkehrsstraßen entwickelt haben (z.B. Bautzner und Königsbrücker Landstraße). Eine dritte Zeichengruppe besteht aus Ziffern. In der Mehrzahl sind dies Sternflügel, die auf den Dresdner Saugarten als Mittelpunkt bezogen sind.

Wegezeichen Zirkel

Wegezeichen Ochsenkopf

Wegezeichen „Zirkel“

alt vs. neu; altes Zeichen verschlissen und stark gedehnt durch Wettereinwirkung bzw. Wachstum des Baumes.

Wegezeichen „Ochsenkopf“ bzw. "Alte Acht" und "Rennsteig"

Fotos: Thieme (2009, 2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur zu Wegenetz und Wegezeichen

Manfred Ruttkowski: Historische Zeichen und Wege der Dresdner Heide - Ein Beitrag zur Heimatgeschichte; Herausgegeben von Kulturbund der DDR, Gesellschaft für Natur und Umwelt, Interessengemeinschaft Dresdner Heide; Dresden, 1987.

Dresdner Heide; Hrsg. Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.; Berg- & Naturverlag Rölke, Dresden, 2006, 320 Seiten, 280 Abbildungen und Karten.

Weitere Informationen zum historischen Wegenetz

http://de.wikipedia.org/wiki/Dresdner_Heide#Geschichte_des_Wegenetzes 

Abbildung der Wegezeichen: http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Dresdner_Heide 

 

Kontakt:

Arbeitskreis Dresdner Heide

Dr. Michael Thieme
michael.thieme1@web.de